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ich, am Weg

07
Ma
Wiener Herzlauf 2017
07.05.2017 09:33

DURCH REGEN UND WIND, FÜR DAS HERZ EINES JEDEM KIND´

"Laufen Sie für die herzkranken Kinder Österreichs"  so der Slogan - 
Immer liebend gerne. Wenn ich fit bin und es der Kalender zulässt, bin ich für solche Benefizläufe immer zu haben. Das Projekt Herzlauf Österreich möchte mit seinem Charity Run nicht nur so viele Menschen wie möglich für den Sport begeistern, sondern auch mit ihren Aktionen zur Vorsorge für Herzkrankheiten aufmerksam machen.

Die Herzläufe in Österreich finden in Wien, Tirol, Steiermark und Oberösterreich statt. Und da der Wiener Donaupark, der Austragungsort in der Hauptstadt, fast schon vor meiner Haustüre liegt, war es mir ein großes Anliegen hier zu starten.
Zu diesem Zeitpunkt befinde ich mich in der 6. Woche meines Aufbautrainings für den Großglockner Berglauf mit projectfit.at und möchte diesen Bewerb zum Anlass nehmen, zu schauen, wie viel ich schon leisten kann.


Startnummernausgabe am Vortag im Donaupark

Startnummer 365 ist bereit


DER BEWERB

So richtig fit fühle ich mich eigentlich nicht. Aber ich möchte unbedingt beim Lauf dabei sein. Eigentlich will ich so richtig durchstarten, doch ich bin mir nicht sicher, ob ich das heute schaffen werde.
Schon die Tage zuvor fühlte ich mich nicht so besonders gut. Ein Schnupfen hat mich heimgesucht. Leider kann ich nicht richtig deuten, ob es sich um eine Erkältung handelt, oder ob ich auf die erste Pollenwelle reagiere. Denn immer um diese Jahreszeit werde ich von diesen kleinen Biestern heimgesucht.

Auf der anderen Seite darf ich mich nicht beschweren, denn ich habe mir diese Woche freigenommen. So komme ich zumindest ausgeruht beim Donaupark an. Ich trage eine lange Laufhose, ein langes Laufshirt, darüber ein T-Shirt und eine ärmellose Weste. Ob das nicht zu warm wird?
Es ist ziemlich schwül an diesem Tag und die Luft steht. Im Gelände des Startareals treffe ich dann auf viele meiner Freunde. Allein dafür lohnt es sich schon am Bewerb teilzunehmen. Auch Berndt, von den Turbo Schnecken, ist heute gekommen. Er kann wegen einer lästigen Verletzung zwar nicht starten, macht aber für uns Fotos. Danke Berndt! 

Langsam treffen alle Teilnehmer und Zuschauer ein. Und wir werden schon bald erfahren, warum die Luft zum Schneiden dick ist. Die Wolken ziehen zu und das schöne warme Sonnenlicht weicht einem dunkelgrauen Wolkenschleier. Sofort fallen auch die Temperaturen.
Ich bereue schon, dass ich mein langes Laufshirt und die Weste in Berndts Auto gelassen hatte. Nur mit T-Shirt wird mir jetzt doch etwas frisch. Da wird sich der Schnupfen aber freuen, wenn er sich dann doch als Erkältung rausstellen sollte. Also sollte ich mich brav bewegen, um warm zu werden.

Und dann, wie hätte es anders sein können, beginnt es doch tatsächlich wenige Minuten vor dem Start zu regnen.


Der Run geht los. (Foto von www.herzlauf.at)

Ab in die letzte Runde (Foto by Berndt der Fanki)

Finisherfoto

Der Regen wird stärker (Foto by Berndt der Fanki)

Kurz vor dem Zielsprint (Foto von www.herzlauf.at)

Endergebnis


Egal, es gibt nun kein zurück mehr. Die Läufer des 3, 6 und 9 km Laufs starten gleichzeitig. Eine Runde durch den Donaupark misst 3 Kilometer. Mit jeder Runde würden immer weniger Teilnehmer entlang der Laufstrecke anzutreffen sein.
Ich starte ziemlich weit hinten im Feld, aber das macht nichts. Nach wenigen Augenblicken wackel auch ich über die Startlinie und stehe nun offiziell im Rennen. Und schon wir das tröpfelnde Wasser zu einem konstanten Regen. Auch der Westwind gesellt sich dazu. 

Die erste Runde überstehe ich ohne Probleme. Ich halte ein sehr gutes und konstantes Lauftempo. Nach den ersten 3 Kilometern bin ich so richtig aufgewärmt und freue mich schon auf die nächste Umrundung. 

Doch die zweite Runde sollte die schwerste werden. Einerseits erhöhte ich mein Lauftempo ein klein wenig, zum Anderen schüttete es jetzt wie aus Eimern. Hätte ich bloß mein Duschgel mitgehabt *hihi*
Auch die Frage an der Labestelle "Wasser oder Iso?" kommt mir angesichts des Schauers etwas unpassend vor. Obwohl ich mitten im Laufflow bin, muss ich kurz daran denken, dass diese Kombination aus Regen, Kälte, Wind und Sport sicher nicht die gesündeste ist. Zumindest nicht, wenn man schon körperlich angeschlagen ist. Egal, jetzt kann ich es ohnehin nicht mehr ändern.

Die letzte Runde bricht an. Die letzten drei Kilometer warten. Ich stehe bei 36 Minuten brutto. Das kann noch etwas werden mit meiner Bestzeit. Eigentlich will ich gar nicht alles riskieren, doch plötzlich ist sie machbar. Und so bemühe ich mich erneut um ein höheres Lauftempo. Nach 6 Kilometern konstanter Pace auf etwa 6:00 - 6:10 ist es für mich dann doch nicht so einfach die Pace auf unter 6:00 zu drücken. Aber ich rede mir stets ein, es wäre ja nur noch eine Runde. Am Ende reicht es sogar noch für einen Zielsprint. Nach 52 Minuten und 36 Sekunden laufe ich über die Ziellinie.

Was bedeutet dies nun? Erstaunlicherweise bedeutet dies, das ich tatsächlich meine persönliche Bestzeit auf eine längere Distanz aufgestellt habe. Beim Laufen hilft Bewerb im Prater schaffte ich die 10 Kilometer in 61 Minuten. Meine durchschnittliche Pace hier beim Herzlauf beträgt am Ende 5:50. Runden wir auf 6:00 auf, also 6 Minuten, und packen diese auf meine Zeit von 52:46 dazu, dann hätte ich bei Laufen hilft die 10 km in 58-59. Minuten geschafft. Somit bin ich nun schneller, als meine bisherige Bestleistung gewesen. Nicht um viel, aber trotzdem. Und ich bin auch nicht topfit an diesem Tag.


Unsere tolle Truppe an sportbegeisterten Läufern und Walkern

Collage Impressionen unserer tollen Crew by Berndt the Fanki

Unser toller Fotograf "Berndt der Fanki"

Collage Impressionen unserer tollen Crew by Berndt the Fanki


Kurz vor dem Ende meines Laufs ist der Regen gewichen und die Sonne blinzelt wieder leicht hervor. War ja klar! 
Jetzt bin ich sehr froh das ein trockenes langes Laufshirt und eine Weste auf mich warten. Wenn ich diese nun auch noch getragen hätte, wäre ich nun komplett wie ein nasser Pudel dagestanden. Das wäre vielleicht noch ungemütlicher gewesen.

Meine tolle, liebenswerte Sportcrew tritt zusammen. Die Läufer treffen einander im Zielareal und feuern nun auch noch die Nordic Walker an, welche nun am Ende des Herzlaufs starten. Wir warten ab, bis auch diese freudestrahlend ins Ziel kommen. 
Und so tun wir das, was wir am liebsten tun. Einfach Spaß haben! Ich denke, die Fotos sagen alles. Trotzdem ist es immer noch kalt, und ich nehme das Angebot von Berndt, mich im Auto mitzunehmen, an. 

So verpasse ich zwar die Siegerehrung, doch ich weis ohnehin das meine Freunde wieder richtig abgeräumt haben. Vor allem die Walker durften sich, wie schon bei Laufen hilft und in Lassee, über Auszeichnungen freuen. Viel wichtiger ist jedoch, das der Wiener Herzlauf 2017 wieder ein voller Erfolg war und eine beträchtliche Spendensumme zusammengetragen werden konnte. 

Am folgenden Tag sollte es mir ziemlich schlecht gehen. Rote Nase, roter Hals, Husten und Trägheit sollten mich nun einige Tage vom Training fernhalten. Aber das ist kein vergleich zum Schicksal der Herzkinder in Österreich und der ganzen Welt. 

Infobox:

HERZLAUF ÖSTERREICH

 


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