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ich, am Weg

07
Ja
vom Sonnenschein und Minusgraden...
07.01.2017 20:40

Die ersten Schritte in ein neues Wanderjahr!

Ein klassicher Hybrid aus Wandern und Training - das war meine erste Tour in diesem noch sehr jungen Wanderjahr 2017. Eigentlich hätte ich diesen Tag in Hinterstoder verbringen sollen um dort am Abend beim Vertical Up die Hannes-Trinkl-Weltcup Piste nach oben zu jagen. 
Aber es kam leider anders. Vor Weihnachten ereilte mich dann ein, bereits aus dem November, verschleppter Grippe-Infekt der mich komplett aus dem Training warf. Somit konnte ich das Vertical Up in Hinterstoder streichen und mich nun voll und ganz dem nächsten Monster-Event widmen. Und das ist natürlich die 24h Burgenland Extrem Tour um den Neusiedlersee. 

Nachbetrachtet sogar eine glückliche Fügung. Zum Einen kann ich durch Gehen wieder langsam ins Training einsteigen, zum Anderen kann ich durch Gehen meinen Körper an die Belastung gewöhnen. Und da Adjustierung und Equipment auch in der Praxis getestet werden müssen, habe ich mich für diese Tour entschieden um das Set Up für das Burgenland zu optimieren.

Von Wien Stadlau nach Stockerau

Und so beschließe ich von meiner Haustüre bis nach Stockerau, entlang der Donau, zu marschieren. Und um auch den Tag/Nacht Rythmus zu simulieren will ich bereits um 5 Uhr morgens aufzustehen um dann bereits um 6 Uhr diese Tour zu starten.

An diesem Tag warten Temperaturen bis zu - 9 Grad auf mich. Ich verpacke mich aber sinnvoll in mehrere Schichten:
Kopfteil: Sturmhaube, Schal sportlich, Winterhaube, Daunenjacke Kopfteil.
Oberteil: Thermoshirt (lang), Windstopper (lang), Daunenjacke und Winter Gilet (kurz).
Unterteil: Thermohose (lang), atmungsaktive Laufhose (lang), Wanderhose (lang) 
Diese Konstellation hatte ich schon bei zwei Spaziergängen zuvor getestet und sie hielt das was ich mir versprach. Die Kälte kommt nicht durch.

Nach nur wenigen Minuten von meiner Haustüre entfernt gelange ich zur Donaustadtbrücke (U2) nahe dem Wehr 1. Noch ist es dunkel. Nur die Lichter der Großstadt erhellen den angehenden Morgen. Mit meinen Walkingstöcken an meiner Seite marschiere ich los. Es dauert auch nicht lange, da geht auch schon ganz langsam die Sonne auf. Schade, ich bin gerade einmal nahe Kaisermühlen, bzw. bei der Donau City und schon wird es hell. Damit hat der Test für die Nacht mal nicht ganz geklappt. Doch dafür kann es nun mit dem Fotografieren und Filmen los gehen.

Donaustadtbrücke

DC Tower im Morgengrau

Ich marschiere nördlich entlang der Donau und passiere die Reichs- , Brigittenauer- und Floridsdorferbrücke. Auch bis zur Nordbrücke ist es nicht mehr weit. Die Sonne klettert immer weiter empor und schon bald wird ihr Glanz das Morgengrau verdrängen. Doch der Schein trügt. Es hat bereits jetzt die angekündigten - 9 Grad. Gut das ich toll verpackt bin :-)

Donau-Einlaufwerk Langenzersdorf

Am Steg des Werks mit Blick in Richtung Wien

Schließlich erreiche ich das Donau-Einlaufwerk in Langenzersdorf nach ca. 14 Kilometern. Hier wird die Neue Donau vom Hauptdonaustrom getrennt. Westlich erhebt sich der Leopoldsberg und auch der Sendemasten des Kahlenbergs ist noch zu sehen. Etwas weiter nördlich auf der anderen Uferseite erkenne ich bereits Klosterneuburg. Hinter mir östlich macht sich der Bisamberb breit. Die Sicht ist phänomenal. 
Ich überquere den Steg des Donau-EInlaufwerks und mache meine erste, wenn auch nur sehr kurze Rast. Sobald ich fotografiere oder filme muss ich meine Handschuhe ausziehen. *Aua-Aua-Aua* Oh, da sind sie ja die - 9 Grad. Wahnsinn wie schmerzhaft kalt das ist.

Rollfähre nach Klosterneuburg & Agrarspeicher Korneuburg

Nostalgie beim Agrarspeicher

Vom Einlaufwerk Aussichtsplatz kann man im Norden bereits das nächste Ziel sehen, welches ich nun anpeile. Und war die Rollfähre. Zu Betriebszeiten ist dies ein Fährboot welches die Infrastruktur zwischen Klosterneuburg und Korneuburg aufrecht erhält. Sie transportiert neben Wanderer und Radfahrer auch Autos. Gleich daneben steht der markante Argrarspeicher.
Obwohl dieser Punkt so nah wirkt marschiere ich doch noch mal eine Stunde auf dieses Gebäude zu. Dort angekommen erblicke ich auch einen kleinen nostalgischen Verschubtriebwagen. Die Fähre kenne ich schon. Hier war ich doch schon das Eine oder andere Mal über die Donau geschippert.

Brücke über das Krumpenwasser

Entlang der Donau

Ich verlasse nun die Anlegestelle der Fähre und marschiere weiter der Donau entlang bis ich den Hafen von Korneuburg erreiche und folglich umrunden muss. Dabei schreite ich durch das heute ruhige Industriegebiet um den Europaplatz und erreiche den Wald der Hofau.
Darauf habe ich mich schon gefreut, denn ich möchte entlang des Donauarms Krumpenwasser marschieren. Das Krumpenwasser lässt sich mit dem Nationalpark Lobau vergleichen. Doch dann die erste Enttäuschung. Wegen Forstarbeiten sind sämtliche Waldwege bis Anfang April gesperrt. Schade!

So spaziere ich eben nur kurz durch den Hofauwald und komme schon bald wieder zur Donaupromenade. Kein Problem. Das Krumpenwasser kann ich im Sommer immer noch erwandern. Ausserdem ist es heute eine wahre Wonne neben der diamantfarbenen klaren Donau zu wandern.

Donau-Kraftwerk Greifenstein

Krumpenwasser Stockerauer Au

Die Donau knickt schließlich westlich ab und ich erkenne in weiter Ferne bereits das Donau-Kraftwerk Greifenstein. Doch nach wenigen Kilometern ist auch dieses Stück geschafft und ich stehe nach ca. 26 Kilometern direkt vor dem Kraftwerk.
Im Südwesten sehe ich am Ausläufer des Totenkopfbergs die Burg Greifenstein. Ober ihr kreisen heute sogar die Adler aus Korneuburg bzw. der Burg Greifenstein. Diese machen öfter einmal einen Rundflug über dieses Gebiet. Sie heute hier zu sehen passt so perfekt zu meiner Tour.
Nun verlasse ich jedoch die Donau und trete in das große Gebiet der Stockerauer Au ein. Ich wandere durch den Wald des Graingut nördlich immer weiter bis ich in der Ferne schon die Kirchenspitze von St. Stephan erkennen kann.

Stockerauer Au-Brücke

Stadtpfarre St. Stephan in Stockerau

Schließlich erreiche ich die Allee der Hagenstraße. Auch davor muss ich leider noch einmal Umwege machen, denn auch im Graingut Wald sind die Waldwege aufgrund von Forstarbeiten gesperrt. Wirklich sehr schade, aber damit weis ich was ich in diesem Jahr noch erwandern will.
Ich trete aus der Stockerauer-Au heraus und überquere gleich die Stockerauer Au-Brücke. Ich bin da! Hallo Stockerau!
Ich spaziere noch zur Pfarrkirche St. Stephan und drehe eine kleine Stadtrunde. Nach 32 Kilometern endet meine Tour von Wien Stadlau nach Stockerau.

Mein Fazit:

Also eines ist ganz klar. Das hier ist mehr ein Erlebnisbericht als ein Wandervorschlag, obwohl man diese Tour natürlich jederzeit bei herrlichem Wetter in Angriff nehmen kann. Wären nicht sämtliche Waldwege gesperrt gewesen, dann hätte sie wahrlich mehr zu bieten gehabt.
Doch das war ja nicht wirklich mein Ziel heute. Ich wollte ein erstes Set Up für die 24h Burgenland Extrem Tour machen und das ist mehr geglückt. Mit dem Wetter habe ich sicher Glück gehabt. Eine kristallklare Aussicht bei Sonnenschein - was will man mehr?
Ich hätte sicherlich mehr Fotos machen können, und auch die Video-Clips sind etwas verwackelt. Aber das lag wirklich daran das ich meine Handschuhe nicht so oft ausziehen wollte. Denn mit nackten Händen bekam man die volle Härte der - 9 Grad zu spüren. 

Es wird noch eine Set Up Wanderung geben die von der Präsentation ähnlich verlaufen wird. Wenn das Frühjahr angenehmer wird und meine Winter Sport Events abgeschlossen sind wird es wieder eingängigere Wandervorschläge von mir geben. Versprochen! :-)

Infobox:

Langenzersdorf
Korneuburg
Stockerauer Au (wiki)
24h Burgenland Extrem Tour

Karte:

VIDEO CLIP

Meine Outtake-Fotos 2016
Vertical Up Kitzbühel 2017

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