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ich, am Weg

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Ja
Vertical Up Hinterstoder 2016
13.01.2016 19:11

Und dann war wieder Winter und fast ein Jahr vergangen...

Im Vorjahr war meine Teilnahme am Vertical Up auf der berüchtigten Streif in Kitzbühl der Startschuss in eine für mich neue sportliche Dimension. Die Vorbereitung. Das Training. Die Idee bei bis zu 85% Gefälle hoch zu kraxeln. Das war ein Erlebnis welches mich wirklich beeindruckt hat. Für mich war klar. Ich würde wieder kommen und dann meine Zielzeit von 1 Stunde und 44 Minuten unterbieten.

Schon im Sommer kam die Meldung das es diesesmal eine Vertical Up Tour geben würde. 4 Orte - 4 Pisten. (Hinterstoder, Pinzollo, Kitzbühel und Wengen) Zunächst wollte ich mich nur auf Kitzbühl und meine Rückkehr auf die Streif konzentrieren, aber die Neugierde auf Hinterstoder wuchs. Schließlich meldete ich mich für beide Pisten an. Ich sah die Hannes Trinkl Piste in Hinterstoder als Generalprobe für die Streif, welche dann am 27. Februar folgen wird.

Ich reiste also schon einen Tag vorher an, sammelte meine Eindrücke, machte zwei Wanderspaziergänge und fieberte am Samstag den 9. Jänner schließlich dem Vertical Up entgegen.

Um 14:00 öffnete der Veranstalter in der Hösshalle seine Pforten zwecks Startnummernausgabe. Ich war einer der Ersten und nahm sogleich mein Goodiebag entgegen. In der Rucksack Klasse (meine Starterklasse) war es dann Pflicht den Inhalt mit im Rucksack zu führen.

Danach suchte ich noch das Startgelände auf um noch kurz einen Blick auf die Piste zu werfen. Viel konnte man von unten jedoch nicht erkennen. Ich wusste nur das mir 2,8 km und 750 Höhenmeter bei ca. 60% Gefälle bevorstanden. Schließlich zog ich mich noch zwei Stunden in mein Quartier zurück ehe ich mich langsam aktivierte. Um 17:40 marschierte ich dann los. Meine Pension lag nahezu ums Eck.

Es war schon finster geworden als ich beim sonstigen Zielhang der Hannes Trinkl Weltcup Piste ankam. Ich sah die spärlich ausgeleuchtete Piste. Man hatte die Beleuchtung der Scheekanonen verwendet und einige Hotspots mit Lichtstrahler markant beleuchtet. Diesmal war neben der Stirnlampe auch ein Helm verpflichtend. Ich trag ihn nicht gerne, gebe ich zu, aber nachdem ich das Massenpurzeln am Hausberg der Streif samt Verletzungen leider mit erlebt hatte, finde ich das dies die absolut richtige Entscheidung des Veranstalters ist.
Dazu nutzte ich auch wieder eine Alpin-Spikes.

Ich wärmte mich noch mit ca. 150 anderen Berg- und Hobby Läufern im Startgelände auf ehe um 18:30 dann pünktlich der Startschuss fiel.

Leider kann ich Euch wenig von der Umgebung der Strecke berichten, denn man hat nicht viel gesehen ausser seinen Aktionsradius und die Stirnlampen der vielen Teilnehmer vor und hinter einem.
Die ersten 300 Meter konnte ich noch bequem im Laufschritt bewältigen, ehe der Pistenradius dann knallhart zuschlug und mich zum Schritttempo zwang.

Zunächst mühten wir uns noch über Wiesen, Matsch und Eis (im Tal hatte es getaut). Doch mit dem Anstieg der Höhenmeter und dem Fall der Temperaturen hatten wir schon bald wieder Schnee als Untergrund. Jedoch keinen festen und eisigen Schnee. Nein - teilweise glaubte man auf Zuckerwatte zu marschieren.

Der Charakter dieser Piste unterscheidet sich enorm im Vergleich zur Streif. Die Hannes Trinkl Piste hat wenig bis garkeine Flachpassagen ausser im oberen letzten Teil. Man ist ständig und fast immerzu mit den 60% Gefälle konfrontiert. Immerzu stampft man diese schlauchartige Pistenröhre oft hunderte Meter weit nur gerade aus.

Ich tat mir schwerer als gedacht (mehr im Fazit), behielt aber mein Stapftempo bei und hatte am Ende sogar noch die Kraft für einen Zielsprint. Und so erreichte ich nach 1 Stunde und 18 Minuten das Ziel.
Im Ziel gab es Energy-Drinks und Tee zur Stärkung, jedoch keine Medailien oder Urkunden. Und ich befürchte das es auch in Kitzbühel so sein wird. Die gibt es wohl erst am Ende der Tour in Wegen. Sehr schade, da ich doch solche Andenken sammle und ehre.

Nachdem ich mich gestärkt hatte fuhr ich gegen 20:30 mit der Hössbahn wieder ins Tal und feierte noch mit den anderen Sportlern in der Hösshalle.

Mein persönliches Fazit:

Keine Ruhepause. Eine bessere Zeit erreicht als erwartet. Ich war zufrieden, aber irgendwie blieb ein fahler Beigeschmack. Ich scheue nicht es zu betiteln und schreibe es frei raus. Ich habe die Strecke etwas unterschätzt. Ich hatte mich mit der Piste auch nicht so weit auseinander gesetzt wie damals mit der Streif. Ich las die Daten und dachte mir, das könne nicht ganz so hart werden wie in Kitzbühel. An den Streckencharakter dachte ich dabei nicht.

Zwar trumpfe ich in meiner 16 Wochen Laufchallange von Runtastic voll auf, doch ich hatte keine einzige Berglauf Einheit dabei wie im Vorjahr auf den Nasenweg bei Kahlenbergerdorf.
Auch gedachte ich meinen Magen zu schonen und hatte daher am Renntag zu Mittag eher Schonkost anstatt Energie zu schaufeln. Viele kleine Mosaiksteinchen die dann wohl dazu führten das ich mir doch viel schwerer tat als ich annahm. Aber das ist wirklich nur meine persönliche Einstellung, meine persönliche Motivation dahinter.

Ansonsten war das Vertical Up in Hinterstoder natürlich ein voller Erfolg. Ein großes Lob an den Veranstalter der wirklich alles unternommen hat um die Leute gesund und munter nach Oben zu bringen. Das Goodiebag war zwar bescheiden, ich sehe das aber ein, denn diesmal muss das Budget für 4 Orte reichen anstatt immer nur für die legendäre Streif ;-)

Nun weis ich aber was zu tun ist...
Ich habe nun Zeit bis zum 27. Februar um mich noch einmal optimal für das nächste Vertical Up vorzubereiten. Dann geht es nämlich wirklich zurück auf die Streif und mein Ziel ist nach wie vor meine Zeit zu toppen. Die Marke von 1,5 Stunden wäre für mich ein Traum. Na schau ma mal :-D

Info Box:

Vertical Up Veranstalter

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