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ich, am Weg

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Ju
STMK. MZWG 06 - Etappe 3 von 10
08.07.2016 08:22

04. Juli 2016
Steirischer Mariazellerweg 06 - Etappe 3 von 10
von SÖDING nach GRAZ EGGENBERG

Der 3. Tag sollte schon etwas Besonders sein. Am Ende der 3. Etappe würden wir die steirische Landeshauptstadt Graz erreichen. Und da wir an diesem Tag mit 19 Kilometer auch eine kürzere Strecke vor uns haben, bleibt noch genug Zeit für einen Stadtbummel am Nachmittag.

Doch zunächst wird noch gewandert. Erneut lacht die Sonne vom Himmel und wir erspähen kaum Wolken. Nach einem guten Frühstück - das Brotschneidemesser glich einer Machete - machten wir uns bereit. Noch einige Fotos von der schönen Blumenvielfalt beim Gasthof zur Post der Fam. Eckhart gemacht und schon geht es los. Dann ein kleiner Schreck. Vor lauter Vorfreude haben wir doch glatt auf unseren Trinkvorrat vergessen. "Na, wir werden schon was finden" - so denken wir und marschieren los.

Wir verlassen Söding zunächst ostwärts richtung Schadendorfberg. Wir stapfen durch einen Wald dessen Pfad fast komplett verwachsen ist. Hüfthohes Gras und Dunst erwarten uns also gleich am Anfang. Doch die rot-weis-rote Markierung gibt unserem Navi recht. Da müssen wir durch.
Nach einem Kilometer ist der Jungleride vorbei und wir steigen hinauf zur Andacht von Schadendorfberg. Dort plaudern wir mit einem älteren Herren über Pilger und Weitwanderer und welche Bräuche es damals gab wenn man sich auf eine Pilgerreise machte.

Wieder geht es weiter durch den Wald, aber diesmal auf angenehmen Pfaden. Wir durchqueren Attendorf und bekommen doch langsam Durst.
Und als wir schon daran denken bis nach Graz Buße zu tun und zu fasten, passiert uns die Rettung. Bei der Jandlkapelle am Pfalzberg ist die Markierung irreführend. Der 06er Weitwanderweg und der Attendorfer-Rundwanderweg haben das gleiche Markierungsmuster so das wir diese Verwechseln und so nach Mühlriegel bzw. Riederhof absteigen statt über den Tapper auf den Blasenberg zu gelangen. Wir merken dies zuspät, beschließen aber aufgrund der Chance auf Trinkpause in Mühlriegel einzukehren. Und dort werden wir beim Hotel und Tennisanlage Riederhof auch fündig.

Frische Getränke und ein aufgefüllter Trinkvorrat, so kann es weiter gehen. Gut das uns der Weg fehlgeleitet hat, denn die Energie sollten wir noch brauchen. Wir begeben uns auf die Suche nach unseren Weg, steigen über den steilen Katzenleitenweg auf die Wolfgangserhebung und sind nun wieder am originalen Weitwanderweg.

Es folgt das schönste Stück des Tages vor dem Eingang in den Wald nahe am Bockkogel. Dort können wir noch einmal weit in den Süden blicken von wo wir schon gekommen waren. Auch Langhornrinder haben dort ihr Gehege.
Nun sind wir motiviert und wollen zur Kronprinz Rudolf Warte am Buchkogel. Wir marschieren durch den Wald, quälen uns bei nun brütender Hitze über eine offene Weidefläche weiter nach oben und erreichen schließlich die Warte. Doch diese ist leider ein Reinfall. Die Warte gleicht einer Ruine. Das Steingehäuse ist am verfallen und die Wendeltreppe rostig. Für einige kurze Aufnahmen ist Zeit. Auch die Aussicht ist nicht so wie man es sich vorgestellt hatte. Man sieht auf Graz herab, aber erblickt gerade mal ein Viertel davon. Schade!

Es wird wärmer. Aus dem Nordwesten zieht ein Gewitter auf und es wird sehr schwül. Es dürfte nun die 30 Grad überschritten haben und die Luft steht. Eine Konstelation die mir die Kräfte entzieht wie eine Entladestation für Batterien.
Wir marschieren am Militärgelende vorbei zur Peter & Paul Andacht und steigen hinab zum Feliferhof. Es folgt noch eine Umrundung des Kollerkogels und klettern über den Gaisbergsattel und einen waldbachbettartigen Steig zu unserem Quartier Pension Steinbilcher in Graz Eggenberg ab. Nach einer weiteren Erfrischung und dem Blick auf die Uhr sind wir nun motiviert noch einen Stadtbummel durch Graz zu unternehmen. Auch unser erstes vorgesendetes Kleiderwechselpaket ist angekommen. Also rein in die frische Wäsche und ab in die Stadt.

Tourdaten:

Distanz: ca. 19 Kilometer
Höhenmeter: ca. 570
Abstieg: ca. 490
Zeit: ca. 6 Std. (netto)

GRAZ STADTBUMMEL SPEZIAL:

Es wird etwas trüber um nicht zu sagen finster. Wir müssen uns doch etwas beeilen, wenn wir die Stadt Graz noch besichtigen wollen. Das Gewitter zieht nördlich an der Stadt vorbei und türmt sich nun nordöstlich auf. Die Luft steht immer noch. Egal.

Wir stapfen 300 Meter abwärts zur Staßenbahnlinie 7 und fahren damit bis zum Hauptplatz. Dort spazieren wir durch die Altstadt und steigen schließlich hinauf zum Grazer Uhrturm. Schnell einige Fotos gemacht und weiter. Wir steigen die markanten Treppen hinab und gehen weiter Richtung Jakominiplatz. Dort wird erstmal wohltuend Gespeist. Dann holen wir uns vom Supermarkt noch den Proviant für den nächsten Tag. Inzwischen hat sich das Gewitter in den Süden verlagert, als hätte es Graz umrundet. Glück gehabt. Wir fahren mit der Straßenbahn zurück und ziehen uns ins Quartier zurück. Von unserem Balkon aus konnte man das Wetterleuchten im Süden klar erkennen. Das Gewitter war tatsächlich an uns vorbei gerauscht.

                                                                                                                       VIDEO:

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