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ich, am Weg

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Ma
Road to Großglockner Berglauf 7. Woche
14.05.2017 17:28

Die Vernunft siegt! Man hat dazu gelernt! - Das ist Peter 2.0

Eine durchwachsene Woche war zu Ende gegangen. Bekanntlich hatte ich mir ja in der 6. Trainingswoche eine Erkältung zugezogen. Ich war bereits etwas angeschlagen beim Herzlauf gestartet. Der dortige Regen, der Wind und später die Nässe am Körper haben mir nicht gut getan. Bereits am nächsten Morgen bekam ich die Rechnung präsentiert. Beleidigte Atemwege, Husten, Mattheit. Da schrillten die Alarmglocken bei mir.
Seit dem letzten Horror-Winter, der mich gesundheitlich schlimm gebeutelt hatte, habe ich wirklich Angst bei den ersten Anzeichen von Unwohlsein in eine erneute Kettenreaktion zu gelangen. Und der Sommer steht vor der Türe, und mit ihm eine Menge sportliche Herausforderungen. Noch eine gesundheitliche Achterbahnfahrt wäre fatal für das Befinden.

Und so beschloss ich mein Training auf einem Schlag einzustellen. Zunächst sagte ich meinen Besuch in Bad Mitterndorf ab. Ich wollte dort als freiwilliger Helfer am Aufbau des Barfußparks und Baumlehrpfads mithelfen. Ich mache ja auch die Facebook Seite für den Park und sehe das gesamte Projekt als Herzensangelegenheit. Diese Absage tat mir bereits sehr leid, aber es hätte nichts gebracht, vor allem weil es zu dieser Zeit in der Weststeiermark sehr stark regnete.
Dann informierte ich natürlich meinen Coach Michael Menzel, der absolut meiner Meinung war und mich so zu sagen sofort freistellte. Ich sollte mich einmal so lange erholen, bis ich mich fit genug fühlte. Dann trat ich nach einer Urlaubswoche wieder ins Arbeitsleben ein. Mein Job verbraucht extrem viel Energie, auch das sollte ich einkalkulieren. Und so wartete ich ab und erholte mich so gut ich konnte, ehe ich langsam wieder ins Training einstieg.

Und wie es mir dabei ergangen ist, das seht Ihr hier!


Mittwoch, 10. Mai - 16:30
"Eingeschränktes Krafttraining"

Mein kleines Comeback. Ich beschloss mein Krafttraining wieder aufzunehmen. Aber nicht gleich volle Pulle. Ich suchte mir sechs Übungen heraus und erhöhte dabei die Anzahl der Wiederholungen.
Katzencoach Whoopie war gleich wieder zur Stelle um mich bei meinen Übungen zu unterstützen Ich habe mir die Übungen für Bauch und Rumpf herausgesucht und hab natürlich schon gemerkt, dass etwas die Kraft fehlte. Es war jetzt aber auch nicht so, dass ich komplett entkräftet war am Ende. Nach 5 Tagen Pause ist man noch nicht soweit unten. Jedenfalls hat es mir wieder richtig Spaß gemacht und die Dosierung war genau richtig.


Samstag, 13. Mai - 12:30
"Lockeres 30 min Lauftraining"

Donnerstag und Freitag behielt ich mir noch für Regeneration offen. Ich hatte ja auch keine Trainingsvorgabe. Doch am Samstag war es dann soweit. Zunächst besuchte ich noch ein Fußballspiel von Freunden (Nein, ich habe nicht selbst gespielt) in Kagran.
Nach dem Spiel setzte ich aber zu meinem ersten Test-Lauf an. Ich lief vom Strakaweg in Kagran zum Donauzentrum. Dort besorgte ich mir Kinokarten für einen gemütlichen Abend, und joggte dann schließlich über die Donaustadtstraße quer über die Erzherzog Karlstraße zurück nach Stadlau.
Eigentlich ging es mir dabei ganz gut, nur die drückende Gewitterluft machte es mir etwas schwerer. Schwüles Wetter liegt mir nicht so. Es hatte auch kurzfristig geregnet, aber nur für wenige Minuten.

Am Ende hatte ich nach 30 Minuten 4 Kilometer am Zähler. Das ergab eine Pace von 7:22 - also keine Spur von Überschätzung. Das war schon ok so! Die ersten Schritte zurück waren getan.


Sonntag, 13. Mai - 9:30
"Lockeres 30 min Lauftraining"

Der Sonntagvormittag war herrlich schön. Fast schon sommerliche Temperaturen, die mich erwarteten. Und ich überlegte mir, noch einmal die Laufschuhe zu schnüren. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, ob ich denn nun wirklich wieder langsam mit dem Lauftraining beginnen kann.
Ich entschied mich für eine Run & Chill Runde. Das heisst, ich lief zunächst südlich hinab zur Donaustadtbrücke und bog dort rechts zur unteren alten Donau ein. Dort lief ein Stück empor, bis ich zu einem bekannten Cafe und einem kleinen Steg kam. Dort wartete auch eine gemütliche Holzbank. Dort machte ich es mir einige Minuten gemütlich und entspannte bei dieser herrlichen Atmosphäre und dachte daran, wie die Freude am Training langsam zurück kam.

Schließlich lief ich dann über das nördliche Mühlwasser und der Donaustadtstraße, vorbei an der langen Allee, wieder zurück in meine Heimat Stadlau. Es fühlte sich schon wieder richtig gut an. Diesmal standen nach 33 Minuten 4,7 Kilometer am Zähler bei einer Pace von 7:02. Also auch absolut in einem Wohlfühlbereich. Dazu noch die tolle Pause an der alten Donau. Ich denke, ich habe alles Richtig gemacht.

Fazit:

Die Tage vergingen, und es ging mir besser und besser. Aber ich bemerkte, dass die Fälle für eine Teilnahme am Xletix immer mehr davonschwammen. Das Xletix ist ein Hindernislauf, welcher dieses Jahr auch an der Wiener Donauinsel stattgefunden hatte. Meine Anmeldung war bereits im Herbst 2016 erfolgt und der Bewerb war ursprünglich als mein sportliches Zugpferd für das Jahr 2017 auserkoren gewesen. Mein gesamtes Wintertraining wäre ursprünglich auf dieses Event hin gelaufen. Aber wie ihr ja jetzt schon wisst, begrub mein Horror-Winter dieses Projekt. Aber das ist ok. Den Platz des sportlichen Zugpferdes hat ja kurz darauf der Großglockner Berglauf eingenommen, auf dem ja dieses Onlinetagebuch basiert.

Kurz gesagt, ich habe mich durchgerungen nicht beim Xletix zu starten. Hätte ich letztendlich starten können? Vielleicht! Hätte man ohne Zeitnahme es nicht wenigstens versuchen können? Eventuell! Hätte es etwas gebracht? Wahrscheinlich eher nicht.
Das Xletix ist etwas härter als zb. der Vienna Indoor Trail, der mir ja total Spaß gemacht hat, und wo ich auch eine tolle Zeit hingelegt hatte. Beim Xletix brauchst Du ein bisschen mehr Agilität. Und meiner Meinung nach fehlte mir diese nach der Erkältung. Es ging mir also weniger darum, das Xletix nicht beenden zu können, als das die Verletzungsgefahr für mich dadurch höher war. Ein falscher Griff, irgendwo zu extrem angespannt, irgendwo ausgerutscht, und schon ist man verletzt. Und dann sind Projekte wie der niederösterreichische Mariazellerweg oder der Großglockner Berglauf mehr als nur in Gefahr. Nein, diesmal wollte ich vernünftig sein und diese körperliche Schwäche aussitzen.

Coach Michael fand für mich, angesichts der Enttäuschung, aber die absolut richtigen Worte als er sagte: "Siehst Du? Und das ist jetzt Peter 2.0"

Und so mache ich jetzt das, was einzig richtig ist. Ich ergreife den Spaß am Schopf und packe ihn in die Kiste zusammen mit der Motivation und arbeite weiter an meinem Ziel. Zurück zu dem was ich schon hatte und dann weiter raus aus der Komfortzone.

Und dann dürfen sich Glockner, Karwendel und Co wirklich fest anschnallen. *hehe*


Für Veränderung ist es nie zu spät. Fang auch Du einfach damit an ...

Infobox:

PROJECT FIT
Ing. Mag.(FH) Michael Menzel

Webseite: www.projectfit.at

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