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ich, am Weg

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Ma
Road to Großglockner Berglauf 6. Woche
07.05.2017 18:55

LEISTUNGSTEST MIT TOLLEM ERFOLG - ABER VIELLEICHT ZUVIEL GEWOLLT ?!

Woche 6 meiner "Road to Großglockner Berglauf" Tour ist vorbei. Und sie brachte mir wirklich unglaubliche Höhen, aber auch erstmals Rückschläge. Die Monate Mai und Juni sind für mich jedes Jahr aufs Neue eine kleine Plage.
Wie viele Andere leide auch ich am Heuschnupfen. Besser gesagt, ich bin allergisch auf die Pollen des Spitzwegerichs und Roggens. Und mein Freund, der Spitzwegerich, hat bereits Saison. Und das merke ich dann schon mal anhand gereizter Schleimhäute, juckender Nase oder Augen sowie einem roten Hals. Alles soweit kein Problem für mich. Ich kenne das Spiel ja nun schon seit Jahren.

Der Nachteil ist jedoch, du kannst nicht immer gleich zwischen einer Erkältung und einem Heuschnupfen unterscheiden. Es fühlt sich zunächst alles ziemlich ähnlich an. Du bekommst keine Luft durch die Nase. Die Nase ist rot oder verschwollen, etc. 
In meinem Fall eben nicht so optimal, denn ich möchte ja im Training weiter kommen. Und dafür muss ich mich doch auch ziemlich anstrengen. Wenn man jetzt aber eine Erkältung ausbrütet, dann ist Sport jedoch nicht das Gesündeste. Ganz im Gegenteil. Diese Erfahrung musste ich ja leider in diesem Winter machen, wo ich mich sehr unvorsichtig gefährlich mit meiner Gesundheit gespielt habe und dafür viele Wochen pausieren musste. Und wenn man sich das Wetter der letzten Trainingswochen so ansieht, dann hätte ich mir auch leicht eine Erkältung einfangen können. Zumal waren zwei Arbeitskollegen von mir die Woche zuvor krank geworden. 

Sportlich gesehen brachte mir diese Woche jedoch auch eine neue Erkenntnis. Ich stand vor dem nächsten Bewerb. Der Wiener Herzlauf, ein Charity-Lauf für herzkranke Kinder, stand auf dem Plan. Ich hatte mich angemeldet, weil es mir gut ins Training passte und ich anhand von 9 Kilometern einmal mein System prüfen konnte. Ich hatte Coach Michael auch angekündigt, hier meine bestmöglichste Leistung bringen zu wollen.

Michel hatte meinen Trainingsplan auch danach ausgerichtet. Krafttraining gab es diese Woche keines. Aber lest selbst, wie es mir ergangen ist.


Montag, 01. Mai - 16:00
"Lauftraining 60 Minuten gleichmäßig"

Ein schöner Nachmittagslauf am Tag der Arbeit. Und mein GPS hat mich sogar zum Überflieger gemacht und mich bei Kilometer 5 einfach mal nach Simmering gebeamt. *haha* - siehe Karte
Ein guter, gemütlicher Lauf. Ich lag sogar etwas unter meiner vorgegebenen Zeit. Nur leider ist, durch diesen virtuellen Ausflug, die komplette Angabe nicht mehr korrekt. Keine Ahnung wie das passieren konnte. 
Ich lief über die Erzherzog Karlstraße entlang der Rugierstraße hinauf, überquerte die Hirschtettner Straße und gelangte so über die Breitenleerstraße zum Rennbahnweg. Hier kehrte ich um, und lief über die langen Felder und der Breitenleer Straße zurück und nutzte dabei die Siebenbürgerstraße, bis ich wieder in Stadlau angekommen war.


Dienstag, 02. Mai - 18:30
"75 Minuten Longjog"

Das war so nicht geplant. Eigentlich sollte um 18:00 Uhr die nächste Ausgabe von "Wir machen Essling fit" von Coach Michael (projectfit.at) und Gerhard (FitmitRix.at) stattfinden. Aber diverse Umstände haben dazu geführt, dass Gerhard und ich die Einzigen am Treffpunkt beim Gasthaus Hansi in der Esslinger Furt waren. Schade! Doch wir machten beide aus der Not eine Tugend und beschlossen diesen Bilderbuchabend zu nutzen. 
Gerhard lief gleich hinfort und hinterlies nur eine Staubwolke beim Eintritt in die Lobau *haha* Ich machte noch brav meine Mobilitätsübungen und beschloss dann durch die Lobau heimwärts zu joggen. 
Und obwohl dieser Logjog nicht geplant war, und ich aufgrund der stärkeren Pollenbelastung mehr mit der Luft zu kämpfen hatte, war es mein bislang schönster Longjog. Der Sonnenuntergang über der Lobau. Die klare gute Luft, aufgrund der letzten Regentage. Die schöne Natur des Nationalparks. Manchmal können die spontansten Dinge auch die Schönsten sein. 
Ich lief vom Gasthaus Hansi durch die Lobau bis zum Josefsteg und weiter bis zum westlichen Eingang beim Knusperhaus/Schillerwasser. Hier lief ich dann den Biberhaufenweg hinauf bis zum Mühlwasser und folgte diesem schließlich bis Stadlau. 
Der einzige Nachteil an der Sache war, dass ich das Gefühl hatte, eine Erkältung kündigt sich an. Aber es ist in dieser Jahreszeit für mich immer schwer zu sagen ob Erkältung oder Pollenallergie. Ich lies es einmal so dahingestellt.


Donnerstag, 04. Mai - 17:30
"Wiener Herzlauf 2017 - 9 Kilometer"

Ich hatte Coach Michael schon ca. zwei Wochen zuvor angekündigt, dass ich beim Herzlauf einmal so richtig aufs Ganze gehen möchte. Auch wenn er meinte, hierfür hätte es mehr Zeit gebraucht, wo er sicherlich recht hat, bekräftigte ich, das ich lediglich auf den ganzen Energiespeicher zugreifen will, ohne zu übertreiben. Ich wollte einfach wissen, was ich läuferisch derzeit leisten kann.
Von diesem Vorhaben musste ich teilweise abweichen. Schon am Vortag/Ruhetag merkte ich, dass mich der Schnupfen plagte. Irgendwo sehr ärgerlich, denn ich wollte unbedingt an diesem Charity-Lauf teilnehmen. Und noch viel mehr wollte ich alle meine Freunde wieder treffen. 
Und so entschied ich mich für eine Teilnahme. Ich hatte mir am Ruhetag auch schon die Startnummer abgeholt und freute mich dann doch schon auf den Bewerb. Aber war der angepeckte körperliche Zustand nicht schon nervig genug, so tat das Wetter aber wirklich alles, um mir noch schön einen reinzuwürgen. *haha* Warum?
Nun, ich dachte mir. Oh, an diesem Nachmittag/Abend steht die Luft ganz schön. Besser ich zieh mir ein langes Laufshirt an und ein kurzes darüber. Ich bin eh nicht so gut drauf, also wäre Schwitzen sicherlich besser als frieren. Soweit so gut. 
Kaum beim Donaupark angekommen, drückte die Luft enorm. Es war wie in einer Waschküche. Und so beschloss ich, das lange Laufshirt auszuziehen und im Auto eines meiner Freunde zu lassen. Dass diese drückende Luft von einer heranrollenden Regenfront kam, daran dachte ich zunächst nicht.

Aber nun mal zum Positiven:
Der Lauf war grandios. Ich konnte den Schnupfen tatsächlich ausblenden, und er störte mich auch nicht weiter. Ich behielt konstant ein (für mich) starkes Lauftempo und konnte mich sogar noch von Runde zu Runde etwas steigern. Ich lief mich wahrlich in einen Flow hinein. Es war wirklich unbeschreiblich. Der Motor lief heiß und nach den 9 Kilometern hatte ich wirklich das Gefühl noch mal 2 Runden draufpacken zu können. Wahnsinn! Und die Zeit?
52 Minuten und 36 Sekunden bei 9 Kilometer. Das ergab eine Pace von 5:50! 
Dies bedeutete meine beste Laufleistung meines Lebens. (Den Business Run mit 21 Minuten auf 4,1 km nicht berücksichtigt) Wie ich das rechne?
Die 10 Kilometer bei Laufen hilft schaffte ich in guten 61 Minuten. Rechne ich einen durchschnittlichen Kilometer vom Herzlauf hinzu, wären das ca. 58-59 Minuten gewesen. Eine kleine, auf diese Distanz jedoch deutlich ersichtliche, Steigerung. Und das, obwohl ich nicht 100% fit war und es von diesen 52 Minuten gut 30 Minuten stark regnete.

Und da kommen wir zum Negativen:
Ja, genau dieser Starkregen war es, der mir dann später den Erfolg fast kaputt gemacht hätte. Trotz Schnupfen lief ich 30 Minuten im klatschnassen Outfit. Und so warm war es dann plötzlich auch nicht mehr. Letztendlich muss ich aber froh sein, dass ich meine Weste und mein langes Shirt im Auto aufbewahrt hatte. Sonst hätte ich nämlich überhaupt kein trockenes Wechselgewand gehabt. Das wäre noch viel schlimmer gewesen. Mehr im Fazit.

Mehr dazu im Blogbericht zum Wiener Herzlauf


Fazit:

So, und nun hock ich da mit meiner besten Leistung und darf nun einige Tage pausieren. Wie könnte es anders ein, hat mir die Kombination der letzten Wochen, Pollen, Kälte und Regen eine Klatsche verpasst.
Am Tag darauf ging es mir wirklich dreckig. Und damit meine ich jetzt gar nicht körperlich. Ich hatte weder Muskelkater noch andere muskuläre Probleme. Aber dafür Schnupfen, Husten, heisere Stimme.

Und war es das jetzt wert gewesen? 

Na, ich würde sagen, zum Teil. Es ist schon richtig, dass man auf seine Gesundheit achten sollte. Und dann muss man nun mal zurückstecken, auch wenn einem das nicht besonders schmeckt. Doch andererseits sollte man die Kirche auch im Dorf lassen. Der menschliche Körper hält schon was aus. Denn wie sagt man medizinisch leider so schön? - Wenn die Erkältung kommt, dann kommt sie! Sie fragt dich nicht! Und es ist ja nicht so, dass ich jetzt gebrochen und antriebslos im Bettchen liege und mich nicht mehr rühren kann. Und die Pollen? Diese sind halt einfach meine Wegbegleiter um diese Jahreszeit.

Ich bin eben seit dem letzten Winter einfach übervorsichtig. Denn jetzt steht mir ein richtig "geiler" Sommer ins Haus. Und ich möchte einfach nichts riskieren. Ich möchte die Zeichen diesmal rechtzeitig erkennen, um eine weitere negative Verkettung an Rückfällen zu meiden. 

Rechnen wir aber die nackten Zahlen und Fakten, dann war der Herzlauf für mich ein grandioser Erfolg. Nennt es kleinlich. Nennt es übertrieben. Ja, meine Steigerung ist gering. Aber sie ist da! Und was will man erwarten? Nach 6 Wochen projectfit.at Training werde ich nicht zum Ultraläufer. Ja, ich bin der Typ, der alles dokumentieren will, der überall Fotos und Videos macht, und mit seiner energetischen Art manchmal überschwänglich erscheint. Ich bin mir dieser Rolle auch bewusst. Aber irgendwo herrscht in mir auch ein Funken Realismus, Demut und Geduld. 
Ich weis diese kleine Steigerung zu schätzen. Es gibt mir weitere Motivation und die Bestätigung, dass ich am richtigen Weg bin. Und auf diesem werde ich weiter bauen und arbeiten.

Ja, ich werde jetzte einige Tage pausieren. Das wird schwer genug für mich. Es soll mir aber nichts Schlimmeres passieren, als das sich herausstellt, das mich diese 6. Woche, mit seinem Erfolg und Tiefschlag, wieder ein Stück mehr zu einem reiferen Sportler gemacht hat.


Für Veränderung ist es nie zu spät. Fang auch Du einfach damit an ...

Infobox:

PROJECT FIT
Ing. Mag.(FH) Michael Menzel

Webseite: www.projectfit.at

Wiener Herzlauf 2017

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