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ich, am Weg

09
Ju
Road to Großglockner Berglauf 14.Woche
09.07.2017 17:20

Ist die vorletzte Trainingswoche die Wichtigste? Passt das Set Up?

Wahnsinn! Dies ist schon mein vorletzter Onlinetagebuch-Eintrag. Nächste Woche um diese Zeit werde ich mich wohl nicht mehr spüren können, doch ich werde hoffentlich schon meine begehrte Finisher-Medaile um den Hals tragen.

Aber halt! *ggg*

Dieses Kapitel endet eben auch erst "nach" dem Großglockner Berglauf. Und solange ich nicht im Ganzen, eingehüllt in einer Großglockner Berglaufdecke, im Zielgelände der Franz-Josefs-Höhe liege, ist hier noch lange nichts vorbei.
Diese vorletzte Trainingswoche war eine ganz wichtige für mich. Warum? Soviel dann im Fazit.
Die Woche davor hatte ich ja weniger Glück. Unterbrochene Läufe und schwere Beine. Das wollte ich diesmal verhindern. Und ich denke, es ist mir geglückt. 

Aber seht selbst...


Dienstag, 04. Juli - 20:00
"Fit ohne Geräte - Kraftraining"

Leider konnte ich diesmal nicht bei "Laufen+" von Gerhard Eder (fitmitrix.at) teilnehmen, da ich zeitlich verhindert war. Allerdings nutzte ich meine freie Zeit, um mir Gedanken über mein weiteres Training zu machen. Ein wichtiger Schritt war für mich dabei den erlernten Stil von Coach Michael weiter zu führen. Nämlich das Trainieren ohne Geräte. Und dabei habe ich mir das unten Gezeigte, wahrscheinlich einigen bekannten, Buch gekauft. Nach meinem ersten Studium muss ich sagen, das Buch ist gar nicht so übel. Die Übungen sind einfach anwendbar und im Alltag superpraktisch anwendbar, ganz ohne Fitnesscenter. Am späteren Abend holte ich dann meinen Zirkel nach, und trainierte nach meinem selbst erstellten Plan. 
Ich behielt aber die wichtigen Komponenten im Auge, wie Rumpfstreckung, Hüfte, Bauch etc. Übungen wie der Dirty Dog oder der Rosstritt brachten auch mal richtig neues Feuer in mein Training. Auch das Türstrecken hat Spaß gemacht. Ich habe das Training in den eigenen vier Wänden richtig zu schätzen gelernt und es gibt keinen Grund, hier nicht weiter zu machen.


Mittwoch, 05. Juli - 15:15
"60 Minuten Lauftraining mit Steigerung"

30 Grad empfingen mich nach der Arbeit zum Lauftraining. Ich hatte mir selbst ein Programm geschrieben, wo ich locker Einlaufen und mich dann zwischen einer Pace von 7:00 und 6:30 bewegen wollte. Das war aufgrund der Hitze nicht so einfach, aber ich versuchte es trotzdem. Ich hatte genug zu Trinken mit und auf der Donauinsel gab es auch Trinkwasserhydranten. Also alles ok.
Im Gegensatz zur Vorwoche, wo ich doch schwere Beine hatte, fühlte ich mich hier richtig gut und konnte meine Steigerungen doch recht brav einhalten. Ich fühlte mich trotz Hitze richtig gut und wuchs mit der Kilometerzahl. Spätestens auf der Donauinsel brachen dann alle Dämme, als ich merkte, ich könnte einen neuen persönlichen Distance-Record auf 60 Minuten aufstellen. Und diesen peilte ich dann auch an. Ich legte mich motiviert ins Zeug und holte alles aus mir heraus, ohne aber mich dabei zu zerstören. Das möchte ich schon anmerken. Ich versuchte im Flow zu bleiben.
Letztendlich dürfte ich meinen Rekord knapp verpasst oder eingestellt haben, denn nach 60 Minuten hatte ich 8,82 km erlaufen. Schade das sich die 9 Kilometer "noch" nicht ausgegangen sind. Mein Ziel wird es sein, einmal 10 Kilometer in 60 Minuten zu schaffen. Aber alles zu seiner Zeit.
Am Ende war ich aber richtig zufrieden damit, denn das schwüle Wetter war wahrlich alles andere als einfach zu belaufen. Darum ist das für mich total OK.


Freitag, 06. Juli - 16:15
"Bisamberg Trail (feat. Gerhard Eder "fitmitrix.at)"

Schon nach unserer ersten Begegnung war Gerhard ziemlich interessiert an meinen Fortschritten für den Großglockner Berglauf. Er gab mir den Tipp mit den Kompressionsstrümpfen und bot mir auch an, eine Woche vor dem Berglauf, mit mir einen Trail am Bisamberg zu machen.
Und er hat Wort gehalten! 
Dieser Trail war wirklich super, denn Gerhard zeigte mir Pfade am Bisamberg, welche ich selber noch nicht kannte. Gerhard ist natürlich ein Profi. Für ihn war dieser Trail eine Art Auslaufen seines üblichen Programms. Er passte sich auch meinem Tempo an. Es war schon interessant zu sehen, wie das sportliche und konditionelle Verhältnis zwischen uns aussieht. Auch wenn ich mich da natürlich nicht vergleichen darf. 
Was den Trail selbst angeht, bin ich mit meiner Leistung so 70% zufrieden. Es fällt mir einfach schwer, bei schwülem Wetter zu sporteln. Vor allem wenn es zuvor kurze Regenschauer gegeben hatte, und der Wald im Dunst kocht. Sobald es in der Sonne bergauf ging, sank mein sportlicher Akku rapide. Im Schatten lief es wieder besser. Aber Gerhard hat mich wunderbar unterhalten, auch dann, als ich zu kämpfen hatte *haha*.
Aber es hat total Spaß gemacht und ich konnte den Trail doch ohne Verschnaufpause durchlaufen. Meine Longjogs, mein vorheriger Bisamberglauf und der 15,5 km lange Supertrail von Neuwaldegg ins Kahlenbergerdorf haben mir ja bereits gezeigt, was ich im Stande bin zu leisten.

Vielen Dank Gerhard, für diese weitere Erfahrung und für die vielen interessanten Tipps. Aufgrund Energieeinsparungen konnte ich zwar nicht so viel reden, aber ich habe das Meiste von deinen Worten klar verstanden und verinnerlicht. *haha*


Samstag, 07. Juli - 10:00
"Aktiv im Stadtteil Essling Coaching (mit Coach Michael Menzel)"

Eine ungeplante, aber doch sehr lehrreiche, Trainingseinheit wartete auf mich am Samstag. Im Rahmen des Projekts "Aktiv im Stadtteil Essling" bot Coach Michael zwei Tage lang seine Dienste als Trainer allen Interessenten vor Ort an.
Am Samstag besuchte ich ihn und kam gerade noch rechtzeitig an, als er bereits mit einer motivierten Gruppe eine Trainingseinheit startete. Es ging erneut um Lauftechniktraining, aber auch um Krafttraining und Koordination.
Letzteres hat mich dann total angesprochen. Genauer gesagt interessierte mich der Einsatz einer Koordinationsleiter und anderen Hilfsmitteln zum Training der Koordination. Ich konnte vor Ort gleich einige Übungen machen, und fand sofort Gefallen daran. Koordination ist ebenfalls ein wichtiger Bereich im Sport, egal ob als Läufer, Wanderer oder Bergsteiger. Das Aneignen von Kraft und Ausdauer ist natürlich sehr wichtig, aber auch die Agilität sollte dabei nicht vernachlässigt werden. Im Fazit dazu dann mehr.

Jedenfalls hat Coach Michael ganze Arbeit geleistet. Toll zu sehen, wie er sich für jeden Teilnehmer die Zeit nimmt und mit Geduld darauf achtet, das seine Schützlinge seine Übungen auch richtig machen. Top!


Sonntag, 09. Juli - 10:00
"Schwimmen - Laufen - Krafttrainig"

Nein - kein Gebirgsjägersteig! Ich weis! Warum?!
Ok, ich muss wohl erklären. Natürlich habe ich mir von den Toptrainern Gerhard und Michael Tipps geholt, wie ich es die letzten Tage vor dem Großglockner Berglauf anlegen sollte. Ihre Tipps waren ähnlich aufgebaut. Die Kernmessage beider lag aber darin, sich zeitnah an diesem Event nicht mehr vollstens abzuschießen. Damit meine ich, ich sollte keine übergroßen Abenteuer mehr wagen.
Ich sollte mir zwar noch intensive Übungen einverleiben, allerdings mit einem sehr geringen Zeitlimit. Und dann hatte ich natürlich auch die Wetterlage im Auge. Und der Wetterfrosch war schon skeptisch. Gewitterneigung in den Voralpen. Das wollte ich dann alles doch nicht riskieren und überlegte mir dennoch etwas Neues.

Ich wollte nun erstmals auch Schwimmen mit ins Programm nehmen. Das Stadlauerbad ist ja gleich ums Eck, und dieses 25 Meter lange Becken ruft ja schon förmlich nach gezogenen Längen. Ich wollte es aber auch nicht übertreiben. Ich schwamm am Stück 30 Minuten lang, machte dann 20 Minuten Pause und schwamm dann erneut noch einmal eine halbe Stunde.
Sodann schlüpfte ich aber gleich ins Laufgewand und legte noch ein ganz lockeres Lauftraining ein. Ich lief gemütliche 5 Kilometer und ließ diesen Run vor meiner Haustüre enden. Dann legte ich die Laufkleidung ab und suchte mir noch aus dem Buch "Fit ohne Geräte" 5 Übungen für den Bereich Core und Chest heraus. Davon machte ich je 3 Sätze mit 15 Wiederholungen.

Ich muss sagen, das war eine gute Wahl. Ich fühlte mich sehr gut. Auch nach diesem Mini-Triathlon.


Fazit:

Ich glaube, diese Woche war wirklich sehr wichtig für mich. Wichtiger als man vielleicht im ersten Moment denkt. Warum?
Weil der Input dieser 7 Tage im Grunde schon über mein Ziel des Großglockner Berglaufs hinausgeht. Bereits in dieser Woche habe ich mir den Weg für meine weiteren sportlichen Ziele geebnet. 

Und da geht es ja schon bald munter weiter. Am 26. Augst wartet schon 52 Kilometer lange Karwendelmarsch mit seinen 2400 Höhenmetern auf mich. Und dort möchte ich ja meine alte Bestmarke von 11 Stunden und 21 Minuten pulverisieren. Mein Ziel heißt, unter 11 Stunden zu laufen/marschieren. Und das ist möglich, denn ich komme langsam auf Touren und bin körperlich für meine persönlichen Verhältnisse schon sehr gut drauf. Außerdem habe ich im Vorjahr auf den letzten 9 Kilometern die Handbremse eingelegt, da ich meine Zeit davor ohnehin schon über eine Stunde unterboten hatte.

Wesentlich spannender wird es dann am 28. Oktober, wenn ich zum vierten Mal die 64 Kilometer "halbe Gschicht´" des Events Rundumadum-Wien laufe/marschiere. Da habe ich mir nämlich mit 9 Stunden und 45 Minuten eine ordentiche Messlatte gelegt. Aber auch hier sieht man einfach eine Steigerung. 2014 marschierte ich noch abgekämpft nach 13 Stunden und 8 Minuten ins Ziel. 2015, nach meinem Vertical Up Training, atomisierte ich diese Zeit und erreichte nach 10 Stunden und 13 Minuten das Ziel. Und im Vorjahr konnte ich diese Zeit erneut unterbieten, mit den bereits oben erwähnten 9 Stunden und 45 Minuten. Und was kommt in diesem Jahr? 9 Stunden und 30 Minuten? Es wird schwierig, aber nicht unmöglich.

Ihr seht, die Planung geht schon längst über den Glockner hinaus. Aber keine Angst. Der Glockner ist sehr präsent. Ich habe sehr großen Respekt vor den Tugenden des Nationalpark Hohe-Tauern. Ich verneige mich auch tief vor Österreichs höchstem Bergkönig. Ich weis auch, was es bedeutet, über Wald- und Bergpfade zu gehen. Ich kann mir also sehr gut ausmalen, was mich erwartet. Ich unterschätze diesen Berglauf nicht. 
Er wird mir alles abverlangen. Er wird mir vor allem neue Grenzen zeigen. Er wird mich zu Boden drücken, und ich werde aufstehen. Er wird mich wieder in die Knie zwingen, aber ich werde aufstehen. Er wird mich warnen und rufen "Bleib unten" und ich werde antworten "Das kannst du vergessen".

Kurz vor dem Ziel, und danach, werde ich fluchen und vor innerlicher Anstrengung bersten, dass einem grauen könnte! Aber eines weis der Glockner nicht.
Und zwar, dass ich solche Situationen schon kenne. Und auch er wird feststellen müssen, dass wenn der Schmerz vergangen ist und mein Kopf wieder klar ist, es nur drei Worte für mich geben kann. Nämlich...

ICH KOMME WIEDER


Für Veränderung ist es nie zu spät. Fang auch Du einfach damit an ...

Infobox:

PROJECT FIT
Ing. Mag.(FH) Michael Menzel

Webseite: www.projectfit.at

 

Infobox:

FIT MIT RIX
Ing. Mag.(FH) Gerhard Eder

Webseite: www.fitmitrix.at

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