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ich, am Weg

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Ju
Road to Großglockner Berglauf 12.Woche
25.06.2017 16:58

Kilometer, Höhenmeter und große Distanzen

Yes - jetzt kommen sie, die Höhenmeter! Und ich muss sagen, mir macht es richtig Spaß. Letzte Woche hatte ich noch ziemliche Schmerzen zu Beginn des Bisamberg Trails. Aber danach lief es super. Und in dieser Woche sollte ich ja erneut einen Hügel erlaufen. Aber in einer mir extremeren Variante.

Es sind noch drei Wochen bis zum Großglockner Berglauf und langsam steigt positive Anspannung. Ich bin bei anderen sportlichen Tätigkeiten schon gar nicht mehr so richtig mit dem Kopf bei der Sache, weil der Fokus sich schon auf den Nationalpark Hohe Tauern richtet.
Ich habe mich sogar schon bei intensiven Videostudien zum Großglockner Berglauf erwischt. Ich analysiere GoPro Aufnahmen von anderen Läufern und versuche so viel Informationen wie nur möglich von der aktuellen Streckenführung zu erlangen.

Für mich ist klar, dieser Berglauf ist wirklich eine Herausforderung. Es ist ein brutales Wechselspiel an Höhenmetern. Manche Stellen sind entspannter, manche hingegen werden mir alles abverlangen und mich an meine Grenzen bringen. Dem wirke ich aber psychisch entgegen, denn ich weis auch, dass ich wahrscheinlich noch nie so gut vorbereitet war, wie jetzt. 
Es gibt nur eine Tatsache, die am Eventtag doch recht bitter werden könnte. Und das ist das Wetter. Im Vorjahr gab es Regen und Kälte (wir befinden uns hier auf und jenseits der 2000 Meter). Als wäre das in den Bergen nicht schon zäh genug, so fand der Bewerb trotzdem statt und die Läufer mussten sich dabei auch durch enorme Schlammschichten kämpfen. Man stelle sich vor, es geht steil bergauf, und Du sinkst dabei aber auch noch fast bis zum Knöchel ein.  Es würde mich nicht aufhalten, aber sollte dieser Fall eintreten, dann wird es wohl mit meiner Wunschzeit schwierig bis unmöglich.

Doch bleiben wir positiv! Es ist Freiluftsport, dazu im Hochgebirge. Man muss es nehmen, wie es kommt. Mein Vorteil ist und bleibt die Erfahrung des Karwendelmarschs, wo einzelne Streckenabschnitte wirklich heftig sind. Ich werde zumindest nicht überrascht sein.

Doch nun zum Training. Wie ist es mir ergangen?


Dienstag, 20. Juni - 18:30
"Wir machen Essling fit (mit Michael Menzel)"

Trotz der tropischen Temperaturen lud Michael Menzel zu seinem Lauftreff "Wir machen Essling fit" ein, und einige folgten diesem Ruf. So auch ich. Michael hatte vorsorglich auch kühle Getränke samt Kühlbox dabei. Es wurde aufgewärmt und mobilisiert. Danach gab uns Michael Einblicke in eine richtige Lauftechnik, bzw. in fasziales Laufen. In der Lobau, wo wir unsere Laufübungen machten, war es schon viel angenehmer, wenn auch die Mückenplage dort ausgebrochen war. Aufgrund der Hitze fiel auch das Laufen etwas kürzer aus, aber das Programm war trotzdem toll. Am Ende liefen wir noch eine Trailstrecke zurück zu unserem Treffpunkt. Dann wurde noch gedehnt und offene Fragen beantwortet.


Mittwoch, 21. Juni - 16:00
"Krafttraining"

Krafttraining stand auf dem Programm. Aufgrund der Hitze beschloss ich, meinen Zirkel bequem aufzuteilen. Ich machte je drei Übungen und pausierte im Anschluss einige Minuten. Aber auch nicht zulange, um wieder auszukühlen.
Am Ende hatte ich dann alle meine Übungen gemacht und war dann doch zufrieden. Ich sollte jedoch trotzdem mal das Krafttraining nach draußen verlegen, denn wenn man, so wie ich, unterm Dach wohnt, dann herrscht in meiner Wohnung wortwörtlich dicke Luft. 


Donnerstag, 22. Juni - 16:00
"Supertrail Neuwaldegg - Cobenzl - Kahlenberg - Kahlenbergerdorf"

Ähm ja! Das war so nicht ganz geplant. Das war eine komische Geschichte. Noch in der Arbeit überlegte ich mir eine gute Etappe. Einerseits sollte sie Höhenmeter haben. Andererseits sollte ich doch im Schatten der Bäume laufen können. Die Hitze war wieder einmal enorm. Es hatte fast 34 Grad. Schnell überflog ich mittels Google-Maps die Karte und beschloss, von Neuwaldegg auf den Kahlenberg zu laufen. Ich wollte dabei nicht auf den Hermannskogel, jedoch später über die Jägerwiese rüber zum Kahlenberg. Und sollte es dann noch gehen, eventuell noch runter ins Kahlenbergerdorf. Nicht ganz 12 Kilometer sollte die Strecke beinhalten.
Ich startete bei Neuwaldegg und lief dann auch über Roan und Stoan bis kurz vor dem Aufstieg zum Hermannskogel. Und dort verpasste ich dann eine Abzweigung und kam so nicht hoch zur Jägerwiese, sondern blieb auf der Höhenstraße. Tja, und dann kommt er, der Moment wo du plötzlich beim Cobenzel stehst und die Polaruhr schon jetzt 11,5 Kilometer anzeigt! Aber ich wollte jetzt auch nicht aufhören. Ich wollte auf den Kahlenberg. 
Also biss ich die Zähne zusammen und lief weiter entlang der Höhenstraße. Zum Glück hatte ich ausreichend zu trinken mit, und ich kam auch bei einem Brunnen vorbei. Und so erreichte ich dann nach 2 Stunden und 10 Minuten das Kahlenbergerdorf und hatte dabei 15,5 Kilometer erlaufen.

Ich muss aber sagen, mir ging es trotzdem sehr gut danach. Ich hatte keinen Muskelkater, noch war ich extrem müde. Am Ende war es einfach eine "extrem geile" Laufeinheit. 


Sonntag, 25. Juni - 11:30
"Auslaufen 40 Minuten"

Am Samstag hatte ich eine 9 Kilometer Wanderung absolviert und am Abend noch ein Fußballtraining eingeschoben. Folglich wollte ich am Sonntag dann eine gute Stunde Laufen gehen. Ich musste aber um 12:45 am Hauptbahnhof sein. Kam aber erst um 11:45 aus Stadlau weg. Ich wäre liebend gerne von mir daheim, bis zum Hauptbahnhof durchgelaufen, aber das war zeitlich einfach nicht mehr schaffbar. Also lief ich über die Donauinsel bis zur Reichsbrücke und brach dann bei der Vorgartenstraße ab, um mit der U1 zum Hauptbahnhof zu fahren. 
Vielleicht war es ganz gut so, denn Übertreiben sollte man es auch nicht. Zum Auslaufen und als Cool Down war das bisschen Joggen auch sehr entspannend. Es war ohnehin eine tolle Trainingswoche gewesen.


Fazit:

Ich hatte natürlich in Summe schon mehr Laufkilometer nach einer Woche in den Beinen. Aber das ist egal. Der Supertrail, egal wie er zustande kam, hat mir gezeigt, dass ich auf Knopfdruck (es war ja nicht so eingeplant) eine längere Distanz auf längere Zeit mit einigen Höhenmetern ohne, ich sag einmal, gröbere Probleme, meistern kann.
Ich habe kein Problem mit der Luft und auch meine Regenerationsphase ist, nach so einem Trail, eher kurz. Also schon 5 Minuten nach meiner Ankunft im Kahlenbergerdorf, nach 15,5 Kilometern, saß ich schon wieder entspannt im Bus. Der Puls war schon sehr bald wieder in einem guten Bereich.

Wenn man sich in so einem sportlichen Bereich befindet, dann denke ich, habe ich vieles richtig gemacht. Trotzdem fehlen noch die letzten großen Prüfungen. Ich weis jetzt schon, wo ich meine Generalprobe laufen werde. Und zwar am Gebirgsjägersteig bei Maria Schutz. Dort warten 3,5 Kilometer und 720 Höhenmeter auf mich. Ich denke, das ist optimal. Doch ich bastele bereits an einem weiteren höheren Bergtraining. Da muss ich aber noch auf die Wetterlage achten, ob dies möglich ist.

Ansonsten läuft es prima und ich freue mich schon sehr auf den Glockner. Ich versuche mir schon vorzustellen, wie das wird, wenn man sich auf den letzten Metern bis zur Ziellinie befindet. Dieses Gefühl, diese Emotionen. Es ist einfach noch unvorstellbar.

...NOCH

Für Veränderung ist es nie zu spät. Fang auch Du einfach damit an ...

Infobox:

PROJECT FIT
Ing. Mag.(FH) Michael Menzel

Webseite: www.projectfit.at

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