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ich, am Weg

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Niederösterr. Mariazellerweg 06
19.08.2017 20:09

Inhaltsverzeichnis:

 

Zum ersten Mal teilen wir eine Tour auf zwei Teile auf

Der steirische Mariazellerweg 06 war für meinen Vater Josef und mich ein grandioser Erfolg gewesen. Es hatte alles gepasst. Das Wetter hatte gehalten. Wir waren körperlich fit und motiviert bis zum Schluss. Und darum mussten wir nicht lange überlegen, dass wir auch im Folgejahr erneut einen der großen Weitwanderwege nach Mariazell in Angriff nehmen würden. Da wir uns immer am nächst weiteren Mariazellerweg orientiert haben, war klar, dass der nächste wohl die niederösterreichische Variante sein sollte. 
Mein Vater beauftragte mich bereits um den Jahreswechsel auf 2017 damit, die Tour gut durchzuplanen. Der niederösterreichische Mariazellerweg umfasst doch schon rund 260 Kilometer je nach Varianten. Und hier stießen wir auch erstmals an organisatorische Grenzen, was die Etappeneinteilung betrifft.
Nicht falsch verstehen. Der Stmk. Mariazellerweg mit seinen 215 Kilometern auf 10 Tagesetappen hatte uns schon gezeigt, dass wir körperlich in der Lage wären, noch weiter am Stück zu gehen, doch sowohl mein Vater, er ist Radreiseführer, als auch bei mir, sah der Terminplan im Sommer nicht immer so leer aus. Darum wurde relativ rasch die Idee geboren, diese Tour eben auf zwei Teile zu teilen. Letztendlich würden auch die Weitwanderwege nach Mariazell darüber hinaus nur noch länger werden. Dann könnten wir dies auch nicht mehr einfach so in einem Happs durchmarschieren. 
Und so kam es dann auch. Wir entschieden uns für 7 Tage vom 04. bis 10. Juni und für 4 Tage vom 12. - 15. August. Die Tourpause sollte in St. Pölten erfolgen, da wir es von hier nicht weit nach Wien, wo wir zuhause sind, haben.

Tour & Shirt Präsentation

Das hat ja bei uns, dem Pilger-Dreamteam, schon Tradition. Wie schon bei den anderen Mariazellerwegen zuvor hatten wir uns erneut die passenden Tourshirts anfertigen lassen. Es war gar nicht so leicht, T-Shirts in den niederösterreichischen Landesfarben zu bekommen. Ich musste sie sogar aus Deutschland bestellen. Aber das war es mir wert, denn ich bin der Meinung, diese sehen wirklich toll aus und passen einfach zu diesem Weitwanderweg. Erstmals wurde auch das Logo nur klein am Shirt angebracht.
 


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Die letzten Vorbereitungen und die Anreise zum Nebelstein

Wie schon beim letzten Mariazellerweg befindet sich der Ausgangspunkt, in diesem Fall der Nebelstein, doch ein Stück weit entfernt von Wien. Darum war es erneut besser, schon am Vortag anzureisen. Wir stiegen am frühen Nachmittag in den Zug und fuhren bis nach Gmünd im Waldviertel. Dort hatte ich uns schon zuvor ein Taxi organisiert, welches uns bis kurz vor die Nebelsteinhütte bringen sollte. Kurz davor? Nun ja. Die Zufahrt für die Hütte ist nur ein Zubringer für das Personal. Dh. man marschiert dann noch ca. 300 Meter bis zur Hütte. Aber das sollte für uns kein Problem darstellen.
Auf der Nebelsteinhütte, auf knapp über 1000 Meter, erwartete uns schon Karin Hruska, die Hüttenpächterin und ihre tüchtige Hüttencrew. Für so eine weite Reise muss man doch gut gestärkt sein. Darum wurden wir am späten Abend noch kulinarisch aufgepäppelt. Also die Speisen waren richtig gut. Da könnte man glatt auch nur zum Essen vorbeischauen. Wir waren in dieser Nacht die einzigen Gäste, die über Nacht blieben. Karin überließ uns die Entscheidung, ob wir in einem Zimmer oder im Bettenlager schlafen wollten. Da, sowohl mein Vater, als auch ich, in der Nacht oft die Motorsägen anwerfen, trennten sich in dieser günstigen Fügung unsere Wege *hihi*
Wir machten noch einen spätabendlichen Spaziergang zum Nebelstein und legten uns dann anschließend zur Ruh um ausgeschlafen zu Werke zu gehen.


NIEDERÖSTERREICHISCHER MARIAZELLERWEG 06
(04.06 - 10.06.2017 & 12.08. - 15.08.2017)

Strecke gesamt: ca. 260 km 
Etappen:
01. Tag: Nebelstein - Großschönau
02. Tag: Großschönau - Zwettl
03. Tag: Zwettl - Peygarten-Ottenstein
04. Tag: Peygarten-Ottenstein - Altenburg
05. Tag: Altenburg - Schiltern
06. Tag: Schiltern - Mautern an der Donau
07. Tag: Mautern an der Donau - St. Pölten

08. Tag: St. Pölten - Kaiserkogelhütte
09. Tag: Kaiserkogelhütte - Türnitz
10. Tag: Türnitz - Mitterbach am Erlaufsee
11. Tag: Mitterbach am Erlaufsee - Mariazell

Karte:


1. Etappe:
Vom Nebelstein nach Großschönau
16 Kilometer - 321 Höhenmeter auf - 610 Höhenmeter ab

 

Also die Nacht am Nebelstein war wirklich toll. Auch das Frühstück bei Karin & Co. bringt uns die nötige Energie, um aufzubrechen. Aufbruch trifft es sehr gut, denn schon seit Tagen liegt mir doch eine Meldung im Magen. Über den Süden zieht eine Kaltfront über den Westen Österreichs hinweg nach Deutschland und Tschechien. Wenn wir Pech haben, dann streift sie unsere Gegend, und somit wären uns die nächsten Tage Regen und Sturm sicher. Auch an diesem Tag wird bereits vor Regen gewarnt.

Wir haben heute "nur" 16 Kilometer nach Großschönau. Das sollte in 4 Stunden machbar sein. Aber weil das Unwetter zu Mittag schon anrollen soll, beschließen mein Vater und ich schon früh loszumarschieren. Wir würden damit schon zu Mittag in Großschönau ankommen, wären aber dann vom Regen geschützt. Wir besuchen noch einmal den Nebelstein und eröffnen diese Tour. Dann verabschieden wir uns von Karin und ihren Mädels.

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Und somit startet das Großprojekt NÖ MZWG 06 tatsächlich. Zur Begrüßung folgen gleich einige Höhenmeter hinab auf einem felsigen Steig, der dann in eine Forststraße einmündet. Der Kamptal-Stauseenweg begleitet uns nun durch zwei gebogene Schlaufen durch den Wald hinab, bis wir das alte Jagdhaus bei Rörndlwies und wenig später den Campingplatz von St. Martin erreichen. 
Nun verlassen wir den Wald und erreichen unser erstes Tal und den Ort St. Martin. Hier machen wir unsere erste kleine Rast. Nun folgen einmal einige Höhenmeter. Wir steigen östlich einer Straße empor, streifen den Wald von Scheibnbühel und erreichen schließlich das kleine Örtchen Sulz. Dieses ist zwischen dem Kögelberg und dem Scheibenbühel eingebettet, als wolle es nicht gefunden werden.

In Sulz wartet ein öffentlicher Fußballplatz auf uns. Eigentlich sollten wir ja... aber naja... ein bar Bälle kann man ja... auch mit Rucksack am Rücken. Jedenfalls eröffnen mein Vater und ich die erste Outdoor-Hiker Football-WM und duellieren uns im Elferschießen samt Wanderrucksack. (siehe Video)
Nachdem ich also die WM verloren hatte, wandern wir nun weiter und verlassen Sulz. Wir überqueren den kleinen Sattel von Hirtbühel und gelangen so nach Walterschlag. Hier vergeht uns erstmals das Lachen, da sich der Himmel im Süden und Westen schon gräulich bis dunkelgrau verfärbt und es deutlich kühler wird. Sollte es gleich zu regnen beginnen?

Wir marschieren weiter, lassen Walterschlag hinter uns und erreichen sogleich unseren ersten richtigen Aufstieg über einen Waldsteig auf den Johannesberg, auf dessen Kogel eine kleine Kapelle steht. Dort halten wir uns kurz auf, steigen aber dann den Hügel nahe Harmannstein hinab. Dabei stellen wir fest, dass über uns wieder einigermaßen Sonnenschein vorherrscht. Wir erreichen nun die Sonnleiten des Kaltenbrunnerwaldes. Wir überqueren noch den Purkenbach und schlendern zufrieden zischen den Kreuzberg und Schafberg hindurch zu unserem ersten Etappenziel, nämlich Großschönau. Und Großschönau, das weis man eventuell, ist das Reich der Wünschenrutengänger.

Wir stehen zu Mittag vor unserer Unterkunft, der Pension Bruckner, wo man uns zuerst gar nicht aufnehmen will. Doch das Missverständnis ist schnell geklärt und wir beziehen unser Zimmer. Nun haben wir den ganzen Nachmittag Zeit in Großschönau zu verweilen. Wir gehen also ausgiebig Essen und spazieren, ehe wir uns auf die 2. Etappe vorbereiten. Und ach ja, Regen kam keiner. Es zogen nur dunkle Wolken über unsere Köpfe in den Osten hinweg.

Fotos: 

Karte:


2. Etappe:
Von Großschönau nach Zwettl
24 Kilometer - 260 Höhenmeter auf - 450 Höhenmeter ab

 

An der Kaltfront vorerst vorbeigerauscht. Doch die Gefahr war noch nicht ganz gebannt. Doch für diesen Tag, so sagte es auch der Wetterbericht, wurden im westlichen Waldviertel keine Regenschauer erwartet. Darum konnten wir diesen Tag auch sehr entspannt angehen. 

Nach einem guten Frühstück machten wir uns auf dem Weg ins Zentrum von Großschönau und bewegten uns dann in den Südosten des Ortes. Mit uns einher geht immer noch der Kamptal-Stauseen-Weg. An der Ortsgrenze führt der Weg dann von der Bundesstraße einem betonierten Feldweg hinauf zur Stiftmühle. Dieses Gelände liegt in einem kleinen Bachbett. Wenig später finden wir uns auf einem Feldweg wieder, der uns direkt zur Bundesstraße L72 führt. Hier sollten wir eigentlich übersetzen und entlang des Feldes weitergehen, doch der Weg war komplett verwachsen. 

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Achtung: Der Weg über das Engelsteiner Feld ist im Sommer verwachsen. Es gibt keinen Hinweis auf eine Umleitung, obwohl es eine Möglichkeit, wenige Schritte stadtauswärts von Großotten gäbe. Alternativroute - entlang der L72 nach Großotten und dann rechts abbiegen. Man gelangt so wieder auf den originalen Track.

Wir erreichen also Großotten und überqueren den Ottenbach. Es folgt ein Anstieg entlang der Straße über das Zweresfeld und dem Muckenberg. Noch vor dem nächsten Ort, Preinreichs, zweigt der Weg nach Links ab und man durchschreitet das Tümpel- und Wiesengebiet der Blumleiten. Später gelangt man auf die Preinreichsstraße im Osten von Preinreichs bei der Preindlmühle. Hier geht es weiter talswärts in den Osten. Wir erreichen den Fuß des wunderschönen Wendelgrabens. Der Steig des Wendelgrabens folgt entlang der Zwettl bergauf über den Wald der Kleinleiten.

Achtung: Im Gebiet um die Holzmühle, eine Art Vierkanthof mit Brücke über die Zwettl, ist der Weg auch nicht optimal angezeichnet. Hier treffen sich einige Wanderwege, und die Tafel "Wanderweg hier" ist einem anderen Wanderweg unterstellt. Hier bitte genau aufpassen und auf Markierungen achten.

Wir folgen dem Weg weiter östlich und verlassen nun den Wald der Kleinleiten und übersetzen die Straße. Hier treffen wir auf einen älteren Herren, der täglich seine Runden spazieren geht. Er erzählt uns einige Geschichten rund um das Gebiet des Unterrosenauerwalds.
Es folgt ein weiterer Aufstieg in den Wald des Flohbergs und übersetzten wenig später das Frankenbachl. Wir überqueren den Scharitzer Güterweg und folgen nun der Wurmbrander Forststraße durch den alten Wald vor Niederneustift. Diesen Ort erreichen wir schließlich, verlassen den Wald, und haben zum ersten Mal eine wunderschöne Fernsicht auf das, noch bevorstehende, Kamptal.

In Niederneustift legen wir eine Pause beim Gasthaus Hofbauer Schnitzelwirt ein. Östlich von Niederneustift verlassenwir die Straße und steigen hinab in den Finstergraben. Nach einem kurzen Waldstück erreichen wir einen Hotspot dieser Tour, nämlich das Schloss Rosenau.
Auch hier verweilen wir kurz und marschieren nun entlang einer abgesperrten Weidefläche weiter östlich in den Wald und übersetzen das Gutenbrunner Bachl. Wenig später erwartet uns der kleine Ort Guttenbrunn.
Wir bleiben am Kamptal-Stauseen-Weg und begrüßen nun auch den Kuenringerweg sowie den Thayaquellenwanderweg. Diese führen uns zurück zur Zwettl und der Roblmühle. Nach einem schönen Zwettelbach-Wandersteig erreichen wir den Ort Syrafeld. Wir bleiben links vom Zwettl Strom und folgen dem Wanderweg weiter, bis wir schließlich, nach weiteren schönen Kilometern, die Stadt Zwettl erreichen.

Kurz vor Zwettl, noch entlang des schönen Wanderwegs, treffen wir auf ein älteres Ehepaar samt Hund. Wir führen ein nettes Gespräch und sie begleiten uns in die Stadt. Dann stellt sich heraus, dass beide ihr Haus ganz nahm am Wahrzeichen Zwettls, dem Antonturm, haben. Wir dürfen sie in den Garten begleiten und bekommen so die beste Sicht auf den Antonturm. So schön sieht man ihn tatsächlich sonst nirgens. Später erfahren wir von anderen Einheimischen, dass dieses Paar dort auch liebevoll als die "Antons" bezeichnet werden, und sie wohl ortsbekannt sind. 

An diesem Nachmittag ist es ziemlich warm. Wir beziehen unser Quartier beim Hotel Schierhuber, nahe dem Zulauf zwischen Zwettl und Kamp, und genießen noch den Abend in der Stadt. Wir sehen uns um und probieren - ja glaubt es ruhig - zum ersten Mal ein originales Zwettler "Biereis".
Aber glaubt mir. Ein richtiges Bier schmeckt besser. *haha*
In einer nahe gelegenen Pizzaria schaufeln wir noch kräftig Kohlehydrate für die weiteren Etappen und begeben uns in der Nacht schließlich zur Ruh.

Fotos:

Karte:


3. Etappe
Von Zwettl nach Peygarten-Ottenstein
19 Kilometer - 280 Höhenmeter auf - 255 Höhenmeter ab

 

Gut geruht und fein geschlemmt am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Dann kann es ja losgehen. Heute ist der große Tag der Entscheidung. Kommt die Kaltfront oder kommt sie nicht. Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Die Kaltfront aus dem Westen, in Salzburg gab es massive Probleme aufgrund des Gewittersturms, schiebt sich hinauf in den Nordosten. Ab Mittag ist mit hohen Sturmböen und Regenschauern zu rechnen.

Das sind nicht gerade die Meldungen, die man hören will, wenn man, so wie an diesem Tag, viel auf weiten Feldern unterwegs ist. Doch wir nehmen es sportlich und genießen den zunächst wunderschönen und klaren Tag. Wir besuchen zunächst den großen Markt am Zwettler Hauptplatz und marschieren dann entlang der Klosterstraße zum Kreisverkehr an der Schwarzenauer Straße. Dort erblicken wir auch das schöne Eisenbahnviadukt der Zwettlerbahn.

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Wir biegen beim Kreisverkehr rechts ab und gelangen gleich zu einem weiteren Kreisverkehr, der in den kleinen, an Zwettl angelegenen, Ort Oberhof führen. Dies ist eine kleine bäuerliche Siedlung. Und hier verlaufen wir uns auch gleich einmal. Daran waren wir aber selbst schuld, da wir gerade so ein schönes Gespräch führten. Nach einem schönen Zusatzkilometer, marschierten wir un wieder entlang des Mariazellerwegs entlang der Kremser Straße bis zur Abzweigung beim Traunerhäusl.
Wir folgen dem Waldviertel-Kulturpfad links, bis wir nach einem kleinen Wald- und Buschweg die sagenhafte Neumühle erreichen. Diese liegt an der Waldrandsiedlung, welche wir aber nicht erreichen. Wir überqueren die alte Brücke der Mühle und folgen nun dem Kamp in den Norden, ehe eine Schleife nach rechts direkt zum Stift Zwettl führt.

Nach einer kurzen Rast beim Zisterzienserstifts, und einem Besuch beim Stiftsshop, geht unsere Reise weiter. Beim Sift ist der Himmel über uns immer noch schön blau und es sieht noch nicht so aus, als würde das Wetter umschlagen. Ein Glück.
Unser Weg führt nun wieder etwas bergauf entlang des Gänsegrabens. Während wir hinter uns langsam des Sifts Zwettl entsagen, erreichen wir den kleinen, auf einer Feldgegend angelegten, Ort Edelhof. Und dieses Edelhof ist durch seine Landwirtschaftliche Fachschule bekannt.
Weiter geht es östlich entlang der Straße, welche am südlichsten Punkt des Klosterwaldes vorbei führt. Die meiste Zeit bewegt man sich aber auf einem kleinen Hügelvorsprung, so das man eine tolle Aussicht in den Süden und Westen hat. Und hier erblicken wir in der Ferne die gewaltige Kaltfronwalze im Westen. Eine gräuliche Wetterwand, durchzogen mit orangerötliche Feuchtigkeitsspiegelungen. Die Kaltfront! Sie kommt.

Und wäre das nicht schon genug, hält kurz vor dem Ort Mitterreith ein Radfahrer bei uns an. Er warnt uns vor einem herankommenden Sturm. "Schaut´s das es bis 15 Uhr wo eini kemmts. Zwa Fronten kemman do her. Vom Westen und vom Norden. Do blitzts scho." sagt er, und fährt weiter.
Ich muss zugeben, ich werde schon etwas unrund. Ich mag Gewitter nicht. Sie machen mich nervös. Aber mein Vater ist die Ruhe selbst. Neben ihm könnte ein Blitzschlag detonieren, er würde wohl ruhig und gelassen weiter marschieren. *hehe*
Wir verlassen Mitterreith und marschieren über den Weitengraben weiter, ehe wir die Böhmerwald Bundesstraße B38 überqueren, und so das schöne Örtchen Friedersbach am Kirchengrabenfeld erreichen.

Fast schon schade, dass der Mariazellerweg südlich vom Ottensteiner Stausee verläuft. Man befindet sich eigentlich schon am Vorbau des Kamptals, bekommt davon aber nichts mit. Langsam wird das Wetter um uns herum auch etwas launischer. Die Sonnenstrahlen weichen einer hellgrauen Atmosphäre. Der Weg führt nun östlich durch Friedersbach und wir stellen fest, dass der Ort gar nicht so klein ist, wie er zunächst ausgesehen hat. Es folgt ein schöner Aufstieg entlang des Friedersbach durch den Wald der Hofbreiten. Wenig später stehen wir erstmals vor einem der großen Kampfarme. In unserem Fall ist es ein Arm der Purzelkamp im Süden des Ottensteiner Stausees.

Doch der Mariazellerweg will, dass wir einem steilen Waldpfad nach oben und zurück zur Böhmerwald Bundesstraße folgen. Wir lassen den Hofbreitenhügel hinter uns und ziehen letztendlich mit der Bundesstraße gleich. Hier folgt ein weiteres Highlight dieser Tagestour. Nämlich die große Brücke über die Purzelkamp. Im Norden sehen wir erstmals die Staumauer sowie die Ruine Lichtenfels.
Mittlerweile hat es über unseren Köpfen richtig zugezogen und es blitzt schon in der Ferne. Doch wir sind dem Ziel schon sehr nahe. Wir verlassen die Bundesstraße und bewegen uns nun auf einem Wanderpfad entlang der Osang.

Hier verlassen wir dann die großen Kamparme und biegen gleich links in unseren Zielort, Peygarten-Ottenstein, ein und marschieren direkt zu unserem Quartier, dem Ottensteinerhof. Und dann kommt es, wie es kommen muss. Nur wenige Meter vor dem Ziel beginnt es zu regnen. Das ist doch mal ein großer Zufall. Wir sitzen im Trockenen an der Bar und draußen schüttet es. Doch dies hält nicht lange an. Nach einer Stunde ist der Zauber vorbei und die Sonne kommt raus. Es war nur ein Regenschauer. Die Kaltfront? Sie ist vorbeigezogen. Ab jetzt war diese Tour also gerettet. 
Für die Einwohner war dies aber nicht so gut. Sie hätten sich, nach der langen Dürrezeit, einen ausgiebigen Regen gewünscht.

Fotos:

Karte:


4. Etappe
Von Peygarten-Ottenstein nach Altenburg
33 Kilometer - 720 Höhenmeter auf - 860 Höhenmeter ab

 

Nach einer erholsamen Nacht im Ottensteinerhof soll nun unsere erste große Etappe mit über 30 Kilometer erfolgen. Das Gute ist, die angekündigte Kaltfront ist tatsächlich an uns vorbei gerauscht. Und die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist grandios. Jetzt können wir uns endlich entspannen. Wobei entspannen? Es warten 33 Kilometer durch und entlang des Kamptals auf uns. Aber wir sind guter Dinge und starten gut gelaunt.
Der Waldviertel Kulturpfad führt uns östlich von Peygarten-Ottenstein wieder zurück auf den Mariazellerweg. Bei den Parkplätzen zum Hotelrestaurant Ottenstein folgt dann ein kurzer, aber steiler Waldsteig hinab zur Bundesstraße und dem Pumpspeicherkraftwerk. Dieses kleine Stück sollte man nicht unterschätzen! Wir stehen nun vor der Ottnsteiner Staumauer. Sie sieht schon beeindruckend aus. Direkt vor uns, oberhalb der Brücke über den Kampf sehen wir auch das Schloss Ottenstein. Schlösser und Ruinen sollten wir auf dieser Tour noch oft zusehen bekommen.

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Nun folgt eine schöne Waldstraße entlang des Kamps in den Osten. Das kleine Tal erstreckt sich zwischen dem Mühlgraben und der Hald. Besser bekannt ist dieses Gebiet als Dobrastaussee. Noch ehe der Stausee einen südlichen Bogen macht, biegen wir links ein und steigen den Pfaffengraben nach oben. Anschließen verlassen wir für einen Moment den Wald und gelangen über eine Straße zum freiliegenden Schloss Waldreichs. Dort befindet sich das niederösterreichische Falknerei- und Greifvogelzentrum.
Der Weg schlängelt sich nun zurück zum Kamp und führt hinab zum Mühlhörndl. Danach schwingt er ab und führt in den Norden hinauf entlang des Schloteinbachs. Vor der Seeleiten führt der Weg nun wieder östlich hinein in den Ort Reichhalms. Der Wetzlsbach führt und für einen Moment nördlich hinauf zum Schloss Wetzlas samt Schlosspark. Die Straße in den Osten begleitet uns nach Schmerbach am Kamp. Dann war es das aber auch schon wieder mit den ausgesetzten Feldern im Norden des Kamps, denn nun folgen wir dem Schmerbach südöstlich durch einen Waldgraben hinab bis kurz vor der Ruine Schwarzenöd. Dort treffen wir wieder auf den Kampf, der hier erneut ein kleiner Fluss, und kein Armkanal mehr ist. 

Es folgt ein schönes Stück entlang der Kamp, wo vor dem Speicherkraftwerk Dobra-Krumau sogar ein kleiner Klettersteig in den Fels, neben den Fluss geschlagen wurde. Eine wirklich tolle Abwechslung. Und so erreichen wir schließlich den Ort Krumau am Kamp und gönnen uns dort unsere erste Rast am Hauptplatz. Da kann man sich schon mal ne knackige Wurstsemmel und einen Hopfenblütentee genehmigen oder? *gg*
Nach der wohltuenden Pause folgt ein weiteres schönes Stück entlang des Kamps. Zunächst umrunden wir den kleinen Thurnberger Stausee, ehe wir der Konkurrenzstraße Kampfeld folgen. Der Thurnberger Stausee ist wieder ein breiterer See bzw. Kanal des Kamps, der sich mal nördlich, mal südlich, aber letztendlich in den Osten schlängelt. Wir erreichen nun die Schattauersiedlung und die Idolsberg-Straße. Hier können wir in der Ferne zwar die Thurnberger Staumauer erkennen, aber wir kommen nicht an ihr vorbei. Der Weg führt nämlich dann links durch den Hörecker Wald hinauf zur Bundesstraße L7073, welcher wir dann folgen und uns schließlich wieder leicht talwärts nach Thurnberg führt.

Hier bricht der Weg für uns sogleich in den Norden und wir stehen vor einer beeindruckenden Felswand, welche aus dem Wald herausragt. Wir folgen also dem Kamp und lassen auch Thurnberg hinter uns. Kurz wird es etwas eintönig, da man nun immer entlang der Autostraße marschiert. Diese führt immer mehr östlich und direkt nach Wegscheid am Kamp. Hier machen wir auch noch einmal eine kurze Rast. Die Strecke bis hier her war doch schon etwas anspruchsvoll, da sie stets auf und ab verläuft. Der Weg führt nun weiter an der Ortskapelle Mariä Krönung vorbei und wird zu einem Waldpfad entlang des Kamptals. 

Und dieses Kamptal ist wahrlich eines der Höhepunkte des gesamten niederösterreichischen Mariazellerwegs. Im Laufe der nächsten 10 Kilometer erwarten uns traumhafte Steinbetten am Kamp, ein ungestörtes Flussbett durch den Hornerwald. Hier ist man wahrlich abgeschieden von jeder Zivilisation. Nur das Rauschen des Bachs, das Spiegeln des glasklaren Wassers, das Singen der Vögel und die Klänge des Waldes sind zu vernehmen. Es ist traumhaft!
Wer diese Strecke einmal abwandern möchte, sollte auf jeden Fall 10-12 Kilometer erwandern können, denn es gibt kaum einen Weg aus diesem Tal des Kamps. Auch der Handyempfang ist hier nur eingeschränkt verfügbar. 
Später mündet der Betzenbach in den Kamp. Ober uns würde die Ruine Schauerstein warten, doch sie ist zu weit oberhalb von uns, als das wir sie erspähen können. Wir marschieren weiter entlang des Kampstals zwischen dem Bründlberg und Dürrenberg hindurch. Erst am Fuße des Schopfengrabens, wo sich die Reithmühle befindet, erreichen wir eine freie Fläche mit vielen Flusspflanzen und feuchten Wiesen. Am unteren Ende des Hirschgrabens gelangen wir aber wieder in den Waldpfad zurück. Wenig später erreichen wir dann den kleinen Ort Steinegg sowie die Ruine Steinegg.
Steinegg ist wahrlich die erste Ortschaft seit Wegscheid am Kamp und liegt immer noch tief im Tale des Kamps. Einst gab es hier einen bekannten Gasthof für Pilger und Weitwanderer. Allerdings wurde dieser Hof verkauft und wird aktuell, während wir daran vorbeikommen, umgebaut. Ein Anrainer erzählt uns, dass der neue Besitzer einen neuen Gasthof erreichten möchte. Das wäre natürlich super!

Da es nun in Steinegg kein Quartier mehr gibt, haben wir im Vorfeld im ca. 3 Kilometer entfernten Altenburg, genauer gesagt beim Stift Altenburg, ein Quartier reserviert. Nach 30 intensiven Kilometern heißt das für uns nun Zähne zusammenbeißen und noch einmal 300 Höhenmeter aus dem Kamptal hinauf wandern. Im Waldgebiet der Sulz verlassen wir dann den Mariazellerweg und marschieren nördlich weiter durch den Wald, bis wir genau vor dem Stift ankommen. Aber diese letzten Höhenmeter hatten es wahrlich in sich gehabt. Aber so erreichten wir nach 33 Kilometern uns Etappenziel.

Stift Altenburg liegt südlich von Altenburg und am nördlichsten Waldrand. Die Ruhe in den alten Gemäuern ist sehr entspannend. Wir haben je ein Einzelzimmer aber eine große Gemeinschaftsküche und einen sehr bequemen Ruheraum. Das wäre ein idealer Ort für einen Entspannungsurlaub. Ungelogen! Mir hat der Aufenthalt im Stift Altenburg wirklich sehr gefallen. Und ich habe auch sehr gut geschlafen.

Fotos:

Karte: 


5. Etappe
Von Altenburg nach Schiltern
26,5 Kilometer - 520 Höhenmeter auf - 550 Höhenmeter ab

 

Der Aufenthalt im Stift Altenburg war für mich persönlich wohl der Entspannteste aller Mariazeller Weitwanderetappenziele. Nach dem guten Frühstück durften wir sogar eine gestiftete Messe besuchen. Auch wenn wir diese Mariazellerwege nicht aus religiösen Gründen beschreiten, so haben mein Vater und ich doch den nötigen Respekt und Anstand uns so eine Gelegenheit nicht entgehen zu lassen.

Und so kann unsere lange Reise endlich fortgesetzt werden. Unsere erste Mission ist es, zurück auf die originale Strecke zu kommen. Wir marschieren über den Försterbach zurück zur letzten Wegkreuzung, von der wir gekommen waren, und gehen dann abseits des Altenburger Tiergartens zurück zum Kamp. Dort treffen wir dann auch wieder auf den 06er Weitwanderweg und marschieren gleich südwestlich weiter zur Umlaufschleife des Kamps.

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Der Umlauf ist ein kleiner Hügel, um den sich die Kamp fast schlaufenartig windet und an der Rauscher Mühle wieder ausfädelt. Dieses Gebiet ist wahrlich wunderschön. Fast unberührt und doch voller Leben, so begegnen wir diesem Naturschauspiel. 
Kurz vor der Rauscher-Mühle, auch Zinnermühle genannt, erkennen wir die alten Mauern eines alten Anwesens, welches es heute nicht mehr gibt. Nach der Rauscher-Mühle fließt der Kamp nun wieder östlich weiter und wird folglich etwas breiter. Wir treffen zunächst auf einen Mann mittleren Alters, der ebenfalls zu einer Wanderung aufgebrochen ist, und uns etwas über das Turbinenhaus erzählt, welches hinter der Zinnermühle steht.

Unser Waldweg mündet in eine Autostraße, welche später mit der L53 Bundesstraße einhergeht. Dort befindet sich die Hofmühle sowie eine kleine Siedlung vor Rosenburg am Kamp. Hier ist auch der Einstieg in das Kamptal, wenn man es vom Osten nach Westen begehen möchte. Am Parkplatz halten auch zwei Kleintransporter und eine Gruppe von Wanderer steigt aus. Wir unterhalten uns nett, doch dann geht jeder seine Wege. Wir marschieren nun weiter und kehren in einem gemütlichen Gasthaus ein. Zuvor hatten wir nun offiziell Rosenburg am Kamp erreicht. 
Von der Terrasse des Gasthauses hat man bereits einen wunderbaren Blick auf das Schloss Rosenburg, welches auf einem Hügel, bzw. auf einer Anhöhe steht, und stolz über alle Rosenburger thront. 

Nach einer Stärkung marschieren wir nun direkt in das Ortszentrum und folgen dem Weitwanderweg dann westlich hinauf, entlang der Graslhöhle. Dies ist ein schmaler Waldsteig, der direkt bis vor die Tore von Schloß Rosenau führt. Nach einer kurzen Rast beim Schloss, verabschieden wir uns nun vom Kamptal und marschieren südwestlich nahe des Schöntalgrabens hinab nach Etzmannsdorf am Kamp. 
Und plötzlich erfährt diese Tour einen gänzlichen Stilbruch. Waren es bis vor einigen Augenblicken noch Wald und Flusspfade, welchen wir folgten, so finden wir uns jetzt auf weiten Feldern mit tollen Ausblicken wieder. Wir folgen der Straße südlich hinab nach Wolfshof. Dabei überqueren wir den Gansbach. 

Nun verlassen wir die Straße und wandern zwischen dem Schmalhofbigl und dem Hirschbach durch das kleine Waldstück des Burgholz. Danach dauert es nicht lange, bis wir die kleine Ortschaft Tautendorf erreichen. In Tautendorf machen wir eine weitere Rast und erfahren von den Einheimischen, das die Ernte in diesem Jahr ziemlich leer ausgehen wird aufgrund des Regenmangels.
Wir setzen unsere Reise fort und gelangen über die L57 sowie einem Hofzubringer in den Wald des Radlings. Dort teilt sich der Mariazellerweg in zwei Varianten auf. Diese würden sich nach einigen Kilometern wieder treffen. Wir ließen die Sechshütten aus und marschierten über die Bergleiten um den Tripf herum bis zum Kaltbach und dem Brenntenberggraben, wo sich die Wegvarianten wieder trafen. Letztendlich verlassen wir den Wald der Grub und erreichen das große Feld des Reisett. Wir überqueren eine weitere Straße und folgen dem Weg südlich weiter an der Birawies vorbei, bis wir schließlich Schiltern erreichen. Hier sehen wir zum ersten Mal auf dieser Tour das Alpenvorland. Unser Quartier sollte das Einbau-Gästezimmer Parisch sein.

Fotos:

Karte:


6. Etappe
Von Schiltern nach Mautern an der Donau
23 Kilometer - 675 Höhenmeter auf - 845 Höhenmeter ab

 

Wir starten unsere Tour bei herrlichem Wanderwetter. Zunächst marschieren wir die Straße hinauf zum Schloss Schiltern. Hier folgen wir dann der Kronsegger Straße südlich bis zum Schlussparkplatz. Hier verlassen wir Schiltern und wandern durch ein kleines Waldstück hinab nach Kronsegg, wo auch schon die Ruine Kronsegg auf uns wartet. Nachdem wir dieses kleine Tal verlassen, folgt der erste Anstieg. Und der hat es gleich in sich. Der Waldsteig führt hinauf auf den Dachsberg. Gleich darauf folgt die kleine Ortschaft Mittelberg. Vor den Augen des Pfenningsteins geht es nun weiter durch ein schönes Erholungsgebiet, durch den Wald, um den Spießberg herum. Danach überqueren wir die Kremser Bundesstraße und folgen nun den Pfad südlich entlang der B37 bis zum Galgenberg. Dort erreichen wir den westlichsten Zipfel von Lengenfeld, marschieren jedoch über den Schäferhof nach Droß.

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In Droß angekommen, suchen wir einen kleinen Lebensmittelladen auf und stärken uns. Wir pausieren in der der Nähe de Schlossparks vor Schloss Dross. Der Weg wird weiter in den Süden, über einen schönen Feldweg, fortgesetzt. Dabei haben wir eine schöne Aussicht auf das Örtchen Priel, folgen aber dem Weitwanderweg über einen kleinen Anstieg hinab nach Senftenberg und dem Fluss Krems. Auch hier erwartet uns eine schöne Burgruine.
Nun müssen wir wieder tapfer sein, denn es folgt der Aufstieg über den engen Waldsteig der Schatzwand. Dieser führt vorbei am Scheiblberg. Hier begleitet uns der Weinviertel-Weitwanderweg. Noch im Wald durchstreifen wir das Frauenbachtal. Nahe der Heid und dem Neuberg marschieren wir schließlich wieder hinab bis zur Ortschaft Egelsee. Davor überqueren wir den Alaunbach.

In Egelsee legen wir eine weitere Rast ein. Wir stärken uns beim Heurigen Fam. Wittmann. Dort treffen wir auf viele andere Wanderer, die teilweise in Gruppen unterwegs sind. Bei dem Wetter aber absolut verständlich. 
Danach folgen wir der Braunsdorferstraße in den Südosten. Kurz vor dem Braunsdorfer Kogel führt uns der Weg noch einmal in ein kleines Waldstück, ehe wir das Highlight der Tour erreichen, nämlich die Donauwarte. Von hier aus haben wir einen herrlichen Weitblick nach Krems, Mautern und Göttweik. Die Donau liegt uns förmlich zu Füßen und lädt uns freundlich in die Wachau ein. Weit im Osten erkennen wir auch Tulln und das östliche Ende des Alpenvorlandes. Es ist einfach umwerfend.

Wir müssen jedoch weiter, aber weit ist es nun nicht mehr. Wir marschieren an Weinfelder vorbei hinab nach Stein an der Donau. Dort besuchen wir die Altstadt und folgen dem Weg entlang der Donau bis zur Mautner Brücke an der Sepp-Puchinger-Promenade. Wir überqueren nun die Donau. Ein erhabenes Gefühl. Das hatten wir bislang erst beim OÖ Mariazellerweg in Linz getan. Letztendlich erreichen wir unseren heutigen Zielort Mautern an der Donau. Wir folgen der Kremserstraße, vorbei an der Kirche St. Stephan, bis zur Ecke St. Pöltner Straße, ehe wir unser Quartier, das Gasthaus zum Grünen Baum, erreichen. Dort lassen wir es uns noch einmal so richtig gut gehen.

Fotos: 

Karte: 


7. Etappe:
Von Mautern an der Donau nach St. Pölten
35 Kilometer - 620 Höhenmeter auf - 550 Höhenmeter ab


Nach einem ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Reise fort. Wir kehren noch bei einem Supermarkt ein, um uns für diese Etappe Proviant zu besorgen, und marschieren nun los. Wir verlassen Mautern an der Donau am westlichen Stadtrand und folgen der Melker Straße nach Mauternbach. Hierbei folgt uns der Jakobsweg. 
Noch begrüßen uns die letzten Weinfelder und die lieblichen Bauten an der Donau, ehe wir auf der Höhe des Weinguts Graf unseren ersten Anstieg vor uns haben. Es handelt sich dabei um einen kleinen Waldpfad, der auch Römerstraße genannt wird. Er führt schließlich auf eine Anhöhe zu den Feldern von Unterbergen. Ein kurzer Besuch bei der Ferdinandwarte rundet unseren Abschied von der Donau an der hohen Wand ab. Wenige Meter später verabschiedet sich auch der Jakobsweg und wir wandern südlich hinab in die Ortschaft Oberbergen. Dort legen wir bei einem Rastplatz eine kurze Pause ein und genießen noch ein letztes Mal Zivilisation für eine lange Zeit. Denn nun sollte er kommen, der lange und endlos scheinende Marsch durch den Dunkelsteinerwald.

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Der nördliche Einstieg in den Dunkelsteinerwald, aus Oberbergen, beginnt gleich einmal mit einem zähen Aufstieg. Zunächst kommen wir an der Mainaumühle vorbei und steigen nahe dem Graben der Hohltanne dem Waldpfad empor. Hier sollte man schon auf die Markierungen achten, denn es gibt zahlreiche Steige, Wege und Pfade, die sich überkreuzen. 

Bereits hier hat der große Wald eine eigene Aura, eine eigene Stimmung. Man kann es nicht wirklich erklären. Der Weg führt immer stetig weiter empor bis kurz vor dem Bolzenberg. Ab und zu erreichen wir einige kleine Lichtungen, die uns hin und wieder ein kleines Sonnenbad ermöglichen. Östlich vom Bolzenberg erreichen wir die kleine Kapelle "zur toten Frau". Nur wenige Minuten davon entfernt steht der Bildstock "zum toten Mann". Die beiden Denkmäler obliegen einer Dunkelsteinerwald-Sage. Ein Ehepaar zog einst los, um für ihr krankes Kind im Wald zu beten. Dabei hatte eine Räuberbande zunächst den Mann ermordet und später die Frau. Diese habe sich, als letzten Wunsch, ein Gebet an der Stelle wo heute die Kapelle steht, erbeten. Noch zur selben Stunde soll das Kind wieder gesundet sein.

Der Weg zieht einmal in den Osten, mal wieder in den Westen, aber stetig und fortlaufend in den Süden. Mitten in der, wohl wunderschönen, Einöde treffen wir plötzlich auf einen älteren Mann, der im Wald spazierte. Er erzählte uns, dass er bereits drei Herzinfarkte und einen Schlaganfall gehabt hatte. Er wäre aber mit sich und der Welt im Reinen. Sollte er jeden Augenblick umfallen, er würde nichts bereuen. Ein netter Mann mit einer tollen Geschichte.
Zwischen dem Satzberg und dem Ammering überqueren wir eine Landstraße zu Wölbling. Weit und breit nur Wald, und wir waren bereits seit Stunden unterwegs. Diese Stille und Einsamkeit weckte in uns ein Gefühl der Entspannung aber auch der Nachdenklichkeit.

Zwischen der Nikololeiten bei Viehhausen und dem Ambacher Graben überquerten wir eine weitere Landstraße und gelangen so in die Nähe des Hofes bei Wetzlarn, der an einer großen Lichtung mitten im Dunkelsteinerwald steht. Weiter südlich wartet dann die kleine Waldschule Silberene Birn auf uns. Nun bricht der Weg vor den Ruster Holzer Waldteil in den Osten ab und führt über den Vorderwald hinaus aus den Wald in Richtung Hofstetten und Böhamgraben. Doch kurz davor wendet sich der Weg wieder in den Südwesten, hinein nach Weyersdorf.
Nun befinden wir uns in der Nähe von Karlsstetten. Doch dorthin gelangen wir nicht. Unser weg führt uns weiter in den Süden, zurück in den Wald. Über die Anhöhe des Burgstalls gelangen wir zur Bildföhre. Dort steht auch eine kleine Kapelle mitten im Wald versteckt.

Von nun an geht es jedoch bergab über die Föhrenleiten bis nach Hausenbach. Und dort verlassen wir nach sieben Stunden Waldwanderung den Dunkelsteinerwald.  Am Schloss Hausenbach vorbei, folgen wir nun der Hausenbacherstraße und dem Kremnitzbach, welche uns direkt nach Neidling führen. Und beim Gasthaus Jachs legen wir endlich unsere verdiente Essenspause ein. Dort wird einmal so richtig zugelangt. 
Es folgen die letzten Kilometer nach St. Pölten. Wir verlassen Neidling südöstlich und folgen weiter dem Kremnitzbach bis nach Pultendorf. Diese ländliche Umgebung ist eine willkommene Abwechslung zum Wald. Vor der Ortschaft Afing, macht der Mariazellweg einen Knick in den Osten. Hier folgen wir einer Kiesstraße einer kleinen Anhöhe, bis wir dann wieder in den Süden nach Waitzendorf geleitet werden.

Hier haben wir eine wunderschöne Aussicht auf das Alpenvorland und auf das, was uns noch erwarten sollte in den nächsten Etappen. In Waitzendorf ziehen wir uns nun unsere Weitwandershirts an, denn das Ende von Teil 1 des niederösterreichischen Weitwanderwegs war nahe.
Weiter führt der Weg unter der Westbahnstrecke hindurch und wir marschieren nun entlang des Kornfeldweges. Schließlich erreichen wir die Waldstraße und wandern nun wieder in den Osten. Gleich zu Beginn erwartet uns die Ortstafel von St. Pölten. Wir haben es geschafft!

Über die Eisbergsiedlung wandern wir noch bis zum Bahnhof von St. Pölten und schließen somit das erste Kapitel des Mariazelleweges ab. Die Tour sollte am 12. August fortgesetzt werden...

Fotos:

Karte:


8. Etappe:
Von St. Pölten zur Kaiserkogelhütte
23,5 Kilometer - 497 Höhenmeter auf - 48 Höhenmeter ab


Am 12. August wurde unser Weitwanderabenteuer endlich fortgesetzt. Niederösterreichs Hauptstadt St. Pölten hatte mir schon ein Jahr zuvor große Freude mit seinen Stadtwanderwegen bereitet. 
Siehe Stadtwandern mit dem LUP
Und so setzen wir die Tour dort fort, wo wir aufgehört hatten. Nämlich beim Hauptbahnhof. Doch bevor es losging, spazieren wir noch zum Rathausplatz. Dort genehmigen wir uns noch einen Kaffee und genießen die Anwesenheit der Faziskanerkirche, dem Rathaus und der Pestsäule. Dann geht es aber auch schon los mit der 8. Etappe. Wir folgen der Rathausgasse östlich zum Riemerplatz und weiter bis zum Domplatz an der Wienerstraße.
Am St. Pöltner Dom vorbei, erreichen wir den Kreisverkehr am Neugebäude Platz Süd. Weiter geht es in den Osten in Richtung Traisen. Dabei kommen wir noch am Passauer Wolf Denkmal und dem Traisenplatz vorbei. Hier befindet sich das Regierungsviertel. Und endlich kommen wir bei der Traisenbrücke bzw. der Traisen an. Hier führte der Mariazellerweg nun in den Süden. Und der Traisen sollten wir noch sehr lange folgen. 

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Wir befinden uns nun auf der Franz-Josef-Promenade und marschieren die Traisen am Westufer entlang. Zunächst erreichen wir das Kaiser Franz-Josefph-Denkmal und den großen Landhausplatz. Vorbei am Landhaussteg und dem Wasserpark lassen wir auch die Brücke der B1a Niederösterreichring hinter uns. Es geht immerzu geradeaus. Wir blicken auf einen wohl endlos scheinenden Weg. Am anderen Traisenufer beginnt bereits die Traisen Au. Wir bleiben auf der Franz-Josef-Promenade und erreichen nach einiger Zeit den Lionssteg. Hier hatte ich damals, im Rahmen meines Stadtwanderprojekts, auf das andere Ufer übersetzt um nach Harland zu wandern. Wir bleiben jedoch am MZWG 06 am Westufer. Es geht weiter geradewegs in den Süden und erreichen so die Brücke der A1 Westautobahn und der Güterzugumfahrung. Als wir auch noch die Harlanderstraße hinter uns lassen, verlassen wir langsam das städliche St. Pölten.

Aus der Franz-Josef-Promenade wird nun der Altmannsdorferweg. Doch wir marschieren immer noch entlang der Traisen. Sie wird uns, wie schon erwähnt, noch eine Weile begleiten. Nach weiteren schönen aber eintönigen Momenten schwingt die Traisen für einen Moment etwas östlich ab und fließt so direkt auf Altmannsdorf zu. Hier gelangen wir noch zum Altmannsdorfersteg. Auch diesen kenne ich noch vom Stadtwanderprojekt. Ganz in der Nähe befindet sich Harland. Doch wir gehen weiter am Weitwanderweg. Wenige Schritte davon entfernt, gelangen wir zum Wehr bei Altmannsdorf, wo ein Flussarm direkt in den Harland Kanal einmündet. Wir folgen jedoch dem Rad- und Wanderweg weiter in den Süden und verlassen nun endgültig St. Pölten.

Nun wird die Traisen etwas schmäler und der Weg etwas überschaubarer. Am Ostufer begegnen wir dem Ort Windpassig. Eine Brücke lädt uns ein, den Ort zu besuchen, doch wir ziehen weiter. Weitere ruhige Kilometer später erreichen wir den Ort Ochsenburg, der ebenfalls auf der Ostseite wartet. Man erkennt ihn leicht. Auf einer Anhöhe steht nämlich die Ochsenburg. An unserer Uferseite wartet, mit Blick auf die Burg, die bekannte Jahos Radlertränke. Dies ist ein Ausschank bzw. eine Kantine. Hier füllen wir unsere Trinkvorräte auf. 
Wir marschieren weiter gegen den Strom der Traisen und lassen die Ochsenburger Brücke hinter uns. Es folgt nun eine weitere lange gerade Strecke ohne nennenswerte Vorkommnisse, bis wir schließlich die Rast- und Wasserstelle an der Burgerfeldstraße erreichen. Hier führt uns der Weg über eine Brücke auf die Ochsenburger Straße. Nun befinden wir uns auf der Ostseite der Traisen und folgen der Straße in den Süden. Letztendlich erkennen wir schon aus der Ferne die Häuser der Stadt Willhelmsburg. Wir folgen noch ein Stück der Leobersdorfer Bahn und ziehen über die Kreisbacherstraße in Wilhelmsburg ein. Dort legen wir eine weitere Rast ein.

Nun verlassen wir die Traisen und folgen der Lilienfelder Straße stadtauswärts. Wilhelmsburg vermittelt noch einmal einen richtig städtischen Touch. An der Ecke Grubtalstraße zu Bösendörfl folgt nun der erste Anstieg dieser Tour. Und das nach 15 Kilometern ohne Höhenmeter.
Nach einem markanten Vierkanthof steigen wir einer großen Waldwiese empor und können hinter uns noch einmal einen tollen Fernblick auf Wilhelmsburg und Ochsenburg erlangen. Dann führt der Weg erstmals in den Wald. Dort kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei, ehe wir beim Pichlerhof am Graßberg ankommen. Der Weg, welcher vorher südwestlich durch den Wald geführt hatte, verläuft nun gänzlich in den Westen entlang der, mit Feldern bedeckten, Oberkante des kleinen Tälchens. Hier sehen wir zum ersten Mal unser Etappenziel, nämlich die Kaiserkogelhütte. Sie wirkt so nah und ist noch so fern.

Als wir bei Dreihöf ankommen, führt der Weg wieder südlich hinab. Wir hatten bereits das Alpenvorland betreten, das merkte man. Die Charakteristik änderte sich. Es wurde hügeliger. An der Plambachecker Höhe geht es noch einmal etwas südöstlich hinab über die Meisel zu einer Landstraße und dem Plambach. Hier überqueren wir die Straße und setzen zu einem letzten gröberen Anstieg an. Und zwar steigen wir über die Meiselhöhe am Giesenberg hinauf zur Kaiserkogelhütte. Dort werden wir von Chefin Bärbel bereits erwartet. Wir sind die einzigen Gäste. Doch Bärbel versorgt uns mütterlich.

Karte:


9. Etappe:
Von der Kaiserkogelhütte nach Türnitz
23,2 Kilometer - 1266 Höhenmeter auf - 1502 Höhenmeter ab


Nach einer erholsamen Nacht auf der Kaiserkogelhütte ziehen wir nun weiter. Das Wetter ist trüb und grau, hält jedoch noch. Trotzdem hat man das Gefühl, es könnte jeden Moment regnen. Zunächst folgt ein kleiner gemächlicher und kurzer Aufstieg zum eigentlichen Kaiserkogel, ehe wir nun den Kaiserkogel wieder verlassen. Auf der Höhe des Kaiserbergs, einem kleinen Hof, verlassen wir nun den Voralpenweg und marschieren weiter in den Süden.
Entlang des Weges werden wir immer wieder von riesigen Brombeersträuchern überwältigt. Wir können uns fast jeden Kilometer richtig stärken. Nahe des Hirschkogels erreichen wir den Hof bei Rempelsberg. Wir folgen aber dem Weg weiter in den Süden. Wir überqueren kleine Lichtungen und Weidewiesen. Ab und an geht es wieder in den Wald und das Gelände bleibt hügelig. Wir kommen an einem markanten, großen Baum vorbei, der unter Naturschutz steht. Der Weg führt quer über einen kleinen Sattel. Auf der Höhe der anderen Kuppel befindet sich nordwärts ein großer Steinbruch. Der Pfad führt jedoch daran vorbei und zieht nun die Anhöhe, die lt. Karte auch Geisberg genannt wird, hinab. Hier erreichen wir die Landstraße L107 Rothengraben.

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Wir folgen der Landstraße nun ein Stück in den Westen, ehe wir bei Geiseben wieder auf Waldpfaden wandeln. Wir lassen den Knaushof hinter uns, wo am Vortag noch eine Hochzeit stattgefunden haben musste. Zumindest konnte man noch die Streiche - ein bekanntes Brauchtum - entdecken. Der Jungbauer und Bräutigam kommt uns entgegen und erzählt uns vom Fest, und das er nun aufräumen müsse. Nach dem Knaushof erreichen wir noch den Hof des Kirchner und marschieren dann einen Graben zügig hinab bis zum großen Hof bei Hofstadt. Es folgt ein kurzer aber etwas intensiverer Aufstieg über einen Karrenweg hinauf bis zum Eckbauer Hof. Über eine kleine Serpentine geht es nun durch den Wald hinab nach Breinmühl.

In Breinmühl machen wir eine kurze Rast. Dann heisst es jedoch tapfer sein, denn es folgt ein langer und anstrengender Anstieg bis zum Hohenstein. Drei Stunden lang sollten wir nur bergaufgehen. Zunächst folgen wir der Grabl Straße durch die Tradigistergegend hinauf zum Muglbauer. Es folgt ein kurzes Stück über eine Weidefläche zum Schreiberhof bzw. Schöngraben. Hier verlässt uns nun auch der Große Pielachtaler Rundwanderweg. Wir folgen dem 06er weiter in den Süden. Ein weiterer, etwas steilerer, Anstieg durch den Wald steht uns bevor. Kurz erreichen wir eine Lichtung, ehe uns der Weg erneut durch den Wald. Ein wenig später verlassen wir den Waldpfad und erreichen eine Kiesstraße. Sie ist so groß, dass ein Auto darauf fahren kann. Es folgt ein längerer stetiger Aufstieg bis zur Schöngrabenspitze. Diese liegt schon knapp auf 1000 Meter. Sie ist gleichzeitig der höchste Punkt dieses Bergrückens. Danach folgt der kurze Abstieg auf den Sattel bei Ebenwiesen. Hier befindet sich eine Weide und wir können zum ersten Mal die Felswände des Hohensteins erkennen.

Zum Erholen bleibt jedoch keine Zeit, denn es folgt der schmale, in Serpentin geführte, Tradigistersteig. Das bedeutet, dass weitere 250 Höhenmeter in kürzester Zeit. In der Nacht hat es geregnet und auch jetzt hängen die Wolken tief. Somit ist der Weg rutschig und feucht. Wir müssen uns konzentrieren und stapfen mutig weiter. Die letzten Meter auf den Hohenstein steigen wir schon entlang dem Felsbruch aufwärts. Schließlich erreichen wir das Friedrich Ludwig Jahn Denkmal und können dort sogar einige Steinböcke betrachten. Nur wenige Meter davon entfernt, befindet sich das Otto-Kandler-Haus. Dies ist eine Almhütte im Besitz des Alpenvereins. Hier legen wir eine etwas längere Rast ein. Im Innenraum gibt es einen vorgeheizten Ofen und wir können unsere nasse Kleidung dort einmal trocknen und uns aufwärmen. Wir führen einen netten Plausch mit den Betreibern der Hütte und können es kaum glauben, wir vor uns auf einmal die Wolkendecke aufreißt und der blaue Himmel über uns zum Vorschein kommt. Es ist traumhaft. Plötzlich können wir die tolle Aussicht genießen und die Sonne untermalt die Landschaft mit ihrem Lächeln. Es ist wie ein kleines Wunder.

Doch wir müssen weiter ziehen. Unser Etappenziel Türnitz wartet auf uns. In 3 Stunden sollten wir dort ankommen. Und der Abstieg ist gleich einmal mit Vorsicht zu genießen, denn er ist zunächst steil und mit kleinen Felsstufen durchzogen. Vorsicht!!!
Hat man diesen Teil überwunden, dann ist schon viel geschafft. Der Weg führt durch ein, mit Wald bestücktes, Tal Namens Zittertal, nahe des Engleitensattels. Zwischen dem Anestberg und dem Hochkogel kommen wir für einen Moment vom Weg ab und folgen der Hauserbachstraße. Beim Hauserbauerngraben gelangen wir jedoch über einen Waldsteig wieder zurück auf unseren 06er. Wenig später stehen wir auf der Lichtung beim Mittereck Hozberger Hof. Auch hier müssen wir aufpassen, da die Markierungen nicht mehr so gut ersichtlich sind. Nach dem Hof führt der Weg noch einmal ein kleines seichtes Stück aufwärts auf einen unbenannten Hügel. Dann bricht der Weg aber in den Südosten ab und führt letztendlich zur Stelzengrabenstraße beim Stelzerbach.  Nach einem weiteren kleinen Sattel sind wir endlich im Tal angelangt und finden uns nach dem Raxenböck Hof auf der Mariazellerstraße und unserer Traisen wieder. Damit sind wir, wenn auch nur kurz, wieder mit der Traisen vereint. 

Wir folgen der Bundesstraße in Richtung Türnitz, welches wir schon aus der Ferne erkennen können, und biegen dann in den Güterweg Daxböck ein. Nach der Übersetzung der Traisen und der Eisenbahngleise, folgen wir dem 06er nun weiter in den Süden. Der Weg führt über einen Waldpfad neben einem örtlichen Pilgerweg, welcher leicht versetzt, neben uns verläuft. Auf der Höhe des Sportplatzes kehren wir nun in Türnitz ein und begeben uns sogleich zum Hauptplatz. Dort wartet nämlich unser Quartier, nämlich das Gasthaus zum goldenen Löwen.
Nach dieser Tour, reich an Höhenmetern, sind wir froh uns endlich stärken zu können. Wir genießen ein tolles Abendmahl und begeben uns früh zu Bett.

Karte:


10. Etappe:
Von Türnitz nach Mitterbach am Erlaufsee
27,2 Kilometer - 1353 Höhenmeter auf - 1022 Höhenmeter ab


Nach einer erholsamen Nacht erwachen wir in Türnitz bei herrlichem Wetter. Die Sonne scheint und weit und breit fast keine Wolken. Ein tolles Frühstück. Steigende Motivation. So muss ein Weitwandertag beginnen.
Bevor es losgeht, versorgen wir uns noch in einem Supermarkt. Wir wissen nämlich bereits, dass die ersten 3-4 Stunden anstrengend werden würden. Es folgt nämlich, ähnlich wie am Hohenstein, ein fast durchgehender Anstieg. Doch nun geht es los. Wir folgen der oberen Marktstraße bis zur Ecke Traisenbachstraße. Dieser folgen wir nun in den Süden. Ein letztes Mal begleitet uns die Traisen. Dann führt der Weg an den Schildböck Höfen vorbei und verläuft dann kurz in den Westen. Nahe dem Poldl im Reith Hof folgen wir einer Serpentinenstraße hinauf bis zu den Höfen am Berg. Hier blicken wir ein letztes Mal zurück auf Türnitz, denn vor uns wartet ein Waldpfad über die Schildbachrotte. Hier absolvieren wir bereits fleißig Höhenmeter. Es geht weiter durch den Wald hinauf bis zu einem kleinen Sattel auf über 800 Höhenmeter. Hier führt eine Straße weiter auf den Eibl. Wir überqueren diese und setzen unseren Aufstieg entlang des 06er Weges durch den Wald fort. Es wird erneut etwas steiler.

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Endlich verlassen wir den bewaldeten Pfad und befinden uns auf dem westlichen Rücken der Karnerhofspitze. Der Weg führt uns geradewegs dorthin. Dieser Abschnitt hat uns sehr gut gefallen. Man bekommt einen tollen Überblick auf das wunderschöne Umland. An diesem Tag sieht man dieses besonders gut. Wir marschieren über eine schöne Wiese hinauf bis zur besagten Karnerhofspitze. Diese liegt bereits auf 1124 Meter. Wenn man bedenkt, Türnitz liegt auf 466 Meter Seehöhe, dann ist das schon eine tolle Leistung. Doch es sollte noch höher hinausgehen.

Nach der Karnerhofspitze folgt ein kleiner Abstieg. Wir umwandern den Sattel zwischen Karnerhofspitze und Schafkogel und kommen dabei an einer schönen Felswand vorbei. Inzwischen verläuft der Weg wieder durch den Wald. Nach dem Schafkogel steigen wir hinab zur Weide der Osterleinbrunn. Dort steht auch die Osterleinbrunnhütte. Diese kleine Weidefläche ist ebenso ein kleiner Sattel zwischen Schafkogel und dem Rücken des Tirolerkogels. Der Aufstieg auf den Bergrücken zwischen Schifffahrt und Sterngassl erfolgt über einen steilen und unebenen schmalen Pfad. Er kostet uns einiges an Kraft, doch wir meistern ihn gemeinsam. Schließlich treten wir wieder aus dem Wald hervor und stehen nun auf den Bergwiesen zwischen dem Dachsental und den Ödwaldwänden. Erneut haben wir einiges an Höhenmeter zurückgelegt. Nun folgt der letzte Anstieg entlang der Ödwaldwände hinauf auf den Tirolerkogel. Damit erreichen wir die Gemeinde Annaberg. 

Der Tirolerkogel ist mit 1380 Metern der höchste Punkt des niederösterreichischen Mariazellerwegs. Ein schönes Gipfelkreuz der Ortsgruppe Annaberg ziehrt diese kleine Anhöhe, nahe dem Annabergerhaus. Der Rundumblick vom Tirolerkogel ist fantastisch. Im Norden blicken wir weit zurück in das tiefste Waldviertel. Im Westen erstreckt sich bereits der majestätische Ötscher. Im Süden und Osten erblicken wir den Schneeberg, die Rax, die Veitsch und den Tonion. Wir wissen, wir erreichen schön langsam Mariazellergrund. 
Leider hat das Annabergerhaus heute geschlossen, doch nur wenige Gehminuten später erreichen wir die Almhütte Tiroleralm. Dies ist eine Halterhütte, welche an diesem Tag geöffnet hat. Somit können wir uns nun endlich einmal stärken. Wir unterhalten uns mit dem Hüttenhalter und anderen Wanderern und setzen dann unsere Reise fort.

Nun geht es zügig abwärts. Wir umschreiten einen Graben nahe dem Ahornberg und marschieren entlang des Gscheids abwärts bis zur Postalm. Wir setzen den Weg entlang des Scheiblingberg durch den Wald fort und erreichen schließlich den Pass bei Annaberg. Der Pass führt über die Mariazeller Bundesstraße vom Norden kommend über den großen Riegl und verläuft dann weiter in den Westen bis nach Reith.
Uns gefällt es in Annaberg sehr gut und wir beschließen, noch eine kleine Pause einzulegen. Noch immer liegen 12 Kilometer vor uns, doch wir fühlen uns schon sehr sicher. Es fühlt sich so an, als wären wir schon am Ziel. Ein großer Fehler! Denn es sollte noch ein letzter gemeiner Aufstieg folgen, gepaart mit großer Verwirrung.

Wir folgen dem Weg nun westlich bis zur Sägemühle am Weinberg. Hier fällt der Weg in den Süden ab und führt uns so nach Schmelz. Bekannt durch das Annaberger Bergwerk, liegt es relativ unscheinbar vor uns. Wir durchqueren Schmelz und gelangen über die Lassingrotte zum Gebiet der Koteau. Hier folgt nun erneut ein langer zäher Aufstieg auf über 1000 Meter bis zum Säbel. Dort, an einer Weidenlichtung, entscheidet man sich, ob man über das Fadental und dem Hubertussee nach Mariazell gehen möchte, oder über den Pass bei Josefsberg nach Mitterbach am Erlaufsee. Wir wollen nach Mitterbach.

Achtung: Der Weg nach Mitterbach, nach dem Säbel, wurde neu ausgelegt aber nicht markiert. Der alte Weg führt durch einen, mit Stacheldraht umzäunten, Weidebereich. Man erkennt noch die alte rot-weis-rote Markierung. Richtig, obwohl nicht markiert, wäre der Weg entlang des Karrenwegs vorbei an einem Baum, der in einen Wald hineinführt. Beide Varianten führen nach ca. 400 Meter wieder zusammen! 

Wir verlassen uns auf die Alpenvereinaktiv-Karte und quälen uns am Stacheldrahtzaun vorbei und folgen so, gezwungenermaßen, dem alten Weg durch ein kleines Waldstück. Der Weg ist schon total verwachsen. Aber letztendlich führt er wieder mit dem Karrenweg zusammen. Plötzlich stehen wir vor einer weiteren sehr steilen Forststraße und einem Einstieg in einem genau so steilen Waldpfad.

Achtung: Die Alpenvereinaktiv-Karte führt noch über die verwachsene Forststraße quer hinauf. Die neue Variante ist jedoch recht gut beschildert, allerdings ist kein Pfad vorgegeben. Man muss also über Wurzeln und Steinen emporsteigen. Achtet bitte genau auf die rot-weis-rote Markierung!

Nach diesem kräfteraubenden Aufstieg geht es nun ein Stück weiter in den Westen. Wir befinden uns auf der Nordseite der Bichleralpe und stoßen sogleich auf die nächste gravierende Wegänderung.

Achtung: Die Alpenvereinaktiv-Karte führt über eine Kiesstraße höher hinauf, worauf der Weg knickartig wieder in den Westen und direkt in den Wald verschlagen sollte. Doch diese Variante gibt es überhaupt nicht mehr. Wenn es hier einen Weg gegeben haben sollte, dann wurde er mit Erdreich auf bzw. zugeschüttet. Haltet Euch hier unbedingt an die neue Markierung, welche klar und deutlich sichtbar ist. Sie führt Euch nämlich gerade weiter in den Westen in Richtung einer Jagdhütte. Vertraut dem Wegweiser. Nach ca. 1 Kilometer folgt der nächste Wegweiser, der Euch auf einen weiteren steilen Waldpfad hinauf schickt. 

Auch hier handelt es sich um eine Wegumleitung, ähnlich wie nach dem Säbel. Es folgt ein letzter anstrengender Aufstieg, ehe wir wieder die originale Route erreichen und dem Track wieder folgen können.


ÄNDERUNG: Auch wenn die Abzweigungen durch dem Wald nicht 1:1 den neuen Pfaden entsprechen, aber so sieht die neue Route im Gegensatz zur originalen Strecke (hellrot) heute aus. 


Phu, nach diesem Stress haben wir heute schon genug. Wir haben doch schon an die 25 Kilometer zurückgelegt und viele Höhenmeter gemacht. Es wird langsam Abend und wir sind müde. Da haben wir diese Wegumleitung nicht wirklich brauchen können. 
Doch jetzt wird es endlich entspannender. Es geht abwärts entlang der Alpl bis zum Pass am Josefberg. Hier befindet sich auch ein, im Sommer schlafendes, Skigebiet. Zwischen dem Bärenkogel und dem Alpl marschieren wir über einen Graben talwärts bis zum Hof des Sepplbauers. Weiter geht der Abstieg nun entlang der Josefsrotte nahe Friedenstein. Wir überqueren noch die Bergstraße und gelangen so zum kleinen Ort Eben, welcher sich unmittelbar vor der Erlaufklause befindet. 

Und hier schließt sich der Kreis mit dem oberösterreichischen Mariazellerweg. Wir erreichen nämlich den Parkplatz vor dem Osteinstieg zur Erlaufklause, welche hinauf zum Erlaufstausee und dem Ötscher führt. Und hier waren wir damals über die Ötschergräben hinab nach Mitterbach am Erlaufsee gekommen. Uns trennen nur noch wenige Kilometer vom Ziel in Mariazell. Doch für heute erreichen wir nun unser Etappenziel, nämlich die Pension Zuser. Was war das für eine verrückte Etappe? Wunderschön und am Ende, als wir es unterschätzt hatten, noch so anstrengend.

Nun kehrt bei uns aber endgültig eine "Wir haben es geschafft" Stimmung ein, weshalb wir an diesem Abend schon vorfeiern werden. Es sollte spät werden. Doch egal. Wir sind kurz vor dem Ziel.

Karte:


11. Etappe:
Von Mitterbach am Erlaufsee nach Mariazell
6,5 Kilometer - 77 Höhenmeter auf - 0 Höhenmeter ab


Der letzte Tag bricht an. Die letzte, wenn auch kleine, Etappe wartet. Doch Ausschlafen können wir dennoch nicht. Heute ist "Marientag". Ein riesiger Festzug wird in Mariazell erwartet. Wir haben dies in der Planung nicht wirklich beachtet und fürchten nun, dass die Basilika in Mariazell ziemlich überlaufen sein wird. Doch egal.
Wir haben erneut traumhaftes Wanderwetter. Die Sonne lacht. Keine Wolke am Himmel. Das wird erneut ein Herzschlagfinale. Gut gelaunt wird gefrühstückt und schon marschieren wir los. "Lasst es uns zu Ende bringen". Gleich gegenüber von unserem Quartier steht die St. Clemens Kirche. Hier starten wir unsere letzte Etappe. Sie führt entlang der Hauptstraße in den Süden. Dabei überqueren wir den Bach des Erlaufs und finden uns sogleich in der Gemeinde St. Sebastian. 
Ja, diese Bundesstraße kennen wir nur zu gut. Beim OÖ Mariazellerweg, als wir es eilig hatten, blieb keine Zeit den originalen Weg zu gehen. Damals marschieren wir eben über die Bundesstraße nach Mariazell. Doch diesmal ist alles anders. Wir sind bestens ausgeruht und haben Zeit. Und diese Zeit nutzen wir nun auch, um dieses, noch verborgene Wegstück, nachzuholen.

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Wir folgen dem Erlauf und verlassen die Bundesstraße. Wir finden uns in einem schönen Erholungsgebiet mit Wald und kleinen Teichen wieder. Nahe der Seerotte geht es weiter in den Süden. Im Westen erstreckt sich der schöne 1626 Meter hohe Gipfel der Gemeindealpe, welche mit dem Bodenbauerexpress und der Gipfelbahn erreichbar ist. Letztendlich verlassen wir das Erholungsgebiet bei Grabau und stehen vor einer Kreuzung. Westlich erstreckt sich die Erlaufsee Landstraße zum besagten Erlaufsee. Wir müssen aber in den Osten, in Richtung des Kernortes von St. Sebastian.

Wir folgen der Erlaufstraße, ehe wir auf der Höhe der Waldschenke über den Fleschweg zum Sportplatz gelangen. Der Fleschweg führt uns weiter bis zum Bahnhof Mariazell. Endlich! Gleich haben wir es geschafft!
Wir marschieren nun entlang der Bahnpromenade, bis wir über den Heimweg zur Umfahrungsstraße gelangen. Diese führt uns nun südlich bis zu einem Parkplatz. Hier wechseln wir auf die Wienerstraße und marschieren diese entlang, bis wir den Kern von Mariazell erreichen. Zuvor kommen wir noch bei der Talstation der Bergbahn auf die Bürgeralpe vorbei.

Dann sind es nur noch wenige Schritte bis zum Hauptplatz und stehen nun freudestrahlend vor der Basilika! GESCHAFFT!!! 
Wie jedes Jahr berühre ich das rote Tor der Basilika und schließe somit für mich den niederösterreichischen Mariazellerweg ab. Wir sind sichtlich gerührt und können es nicht fassen, das wir nun unseren 5. Mariazellerweg absolviert haben. Dazu kommen wir um ca. 10 Uhr bei der Basilika an. Die Zeit, wo am Marientag die Hauptmesse stattfindet. Und das bedeutet, das die meisten Menschen sich nun in der Basilika aufhalten. Wir haben somit genug Platz für tolle Fotos und besuchen, wie jedes Jahr, den Markt. Traditionell kehren wir bei der Apotheke zur Gnadenmutter ein, um uns dort für unsere Mühen zu belohnen. 

Wir genießen einige Momente in großer Freude und zu Mittag unsere Heimreise an. Mit Andenken und Geschenken beladen, marschieren wir zurück zum Bahnhof Mariazell in St. Sebastian und steigen dort in die Himmelstreppe ein. Dies ist die Mariazellerbahn, welche uns in starken zwei Stunden zurück nach St. Pölten bringt. Von hier aus sind es nur weitere 30 Minuten zurück nach Wien.

Karte:


FAZIT:

Es war die erwartete, unglaubliche, Reise, die ihresgleichen suchte. Ich habe an diesen 11 Tagen viel gelernt und für meine weiteren Reisen mitgenommen. Der Weg durch das Waldviertel sollte nicht unterschätzt werden. Vor dem Antritt des NÖ MZWG 06 dachte ich mir noch, nun ja, der Weg hat nicht so viele Höhenmeter wie zb. der STMK. MZWG 06. Was kann uns da schon erschüttern? 
Doch die Veranlagung des Wegs war doch kräfteraubender als angenommen. Der Weg ist reich an Hotspots und Highlights, doch oftmals legt man dazwischen sehr weite Distanzen zurück. Im Waldviertel, wie der Name schon sagt, auch sehr viele Passagen durch den Wald, dabei ohne große Fernblicke. Dazu kam das Problem mit den gelöschten Fotos, was meinen Vater und mich ziemlich bedrückte und wir uns davon erst einmal erholen mussten. 

Auch das wir den Weg auf zwei Teile aufteilen mussten und dazwischen gut 1,5 Monate vergangen sind, war eine neue Erfahrung für mich. Dazu war ich erst kurz vor dem zweiten Teil erkrankt und hoffte auf eine Reise ohne weitere Beschwerden. Diese blieben zum Glück aus. Ich kam mit einem gesünderen Empfinden zurück, als bei unserer Abreise. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich will aber hier nicht jammern. Die meisten von Euch wissen, oder erfahren es hiermit, dass ich ein großer Fan des steirischen Mariazellerwegs bin. 
Dieser Mariazellerweg ist ein großes Abenteuer und unterscheidet sich in Summe schon etwas von den anderen Varianten. Ich will und werde diese Zeit nicht missen. 

Genau so, wie die Zeit die ich wieder mit meinem Vater verbringen durfte. Schon toll, wie er diese Reisen mit über 60 Jahren auf sich nimmt. Toll!

Meine Sammlung aller Mariazeller-Weitwandershirts!

Karwendelmarsch 2017

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