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ich, am Weg


BURGENLÄNDISCHER MARIAZELLERWEG 06
(06.07. - 11.07.2014)

Strecke gesamt: ca. 150,4km 
Dauer: ca. 42,22 Std. (6 Tage)

Aufstieg: ca. 5398m 
Abstieg: ca. 4708m

Etappen:
1. Tag: Eisenstadt - Forchtenstein
2. Tag: Forchtenstein - Schwarzau am Steinfeld
3. Tag: Schwarzau am Steinfeld - Puchberg am Schneeberg
4. Tag: Puchberg am Schneeberg - Schwarzau am Gebirge
5. Tag: Schwarzau am Gebirge - Frein an der Mürz
6. Tag: Frein an der Mürz - Mariazell

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1. Etappe: EISENSTADT - FORCHTENSTEIN
Distanz: ca. 32,5km  Höhenmeter bergauf: ca. 940m Höhenmeter berab: ca. 530m / Unsere (netto) Gehzzeit: ~ 8 - 8,5 Std.

Nach einer kleinen Zugfahrt nach Eisenstadt konnten wir schließlich unser großes Unternehmen beginnen. Zunächst besichtigten wir noch die Dom Kirche sowie einen Bauernmarkt auf der Fussgängerzone. Danach marschierten wir noch am Schloss Esterhazy vorbei ehe wir Klein- und Großhöflein erreichten. Tolles Wetter und super Fernsicht. Nach Groß Höflein sollten wir aber sehr lange keine Ortschaft sehen. Über die A3 und Bahn hinweg marschierten wir über eine kleine Erhebung entlang eines netten Kreuzweges zur Fölligkapelle. Von hier hatten wir einen genialen Fernblick auf unser Tagesziel, die Burg Forchtenstein. Sie wirkte so nah und war noch so fern. Es folgte eine lange Tour über breite Felder bis wir den Pöttschingwald durchquerten. Danach folgte wieder eine lange Gerade entlang der Felder ehe wir den Hirmerwald erreichten. Dieser Wald schien zeitweise endlos zu verlaufen.

Nach der Überquerung der L219 und einer weiteren Bahnstrecke mussten wir sogar eine kleine Strecke unfreiwillig Wildwandern, da der originale Streckenverlauf sehr schlecht ausgeschildert war und mein Navi uns später zeigte das wir vom Weg abgekommen waren. Aber wir fanden ihn natürlich wieder. Trotzdem waren unsere Wasserreserven (trotz 3 Liter) aufgebraucht und wir mussten uns neben dem Schöllingberg wahrlich bis nach Wiesen schleppen. Dort konnten wir unsere Akkus und Wasservorräte wieder auffüllen. Die letzten 4 Kilometer durch Schreinermühle bis nach Forchstenstein sollten uns aber noch mal alles abverlagen. Hier verläuft die Strecke fast durchgehend stetig bergauf. Nach 30 Kilometer Fussmarsch können auch 250 Höhenmeter zur Qual werden. Doch letztendlich erreichten wir die Burg Forchstenstein und unser Quartier (Gasthof Sauerzapf).


2. Etappe: FORCHTENSTEIN - SCHWARZAU AM STEINFELD
Distanz: ca. 22km  Höhenmeter bergauf: ca. 790m Höhenmeter berab: ca. 1030m / Unsere (netto) Gehzzeit: ~ 6 - 6,5 Std.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Wir liesen Forchtenstein hinter uns und wanderten nun gleich brav bergauf durch den Wald entlang des Flusses Wulka. 200 Höhenmeter durch den Wald später erreichten wir einen der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Tour, nämlich die Rosalia Kapelle. Von dort konnte man in der Ferne noch das Leitha Gebirge sowie Eisenstadt und sogar den Neusiedler See erkennen. Traumhaft Schön dort oben.Doch es musste weiter gehen. Und das tat es auch. Nun folgte ein stetiger Abstieg durch den großen Kaiserwald. Das Wetter war äusserst schwül und drückend heiss. Ein Gewitter kündigte sich an. Hier war der Weg einigermaßen verwildert. Das Wildgras und Unkraut wuchs bis zu 1,50 über den Boden und man hatte alle Mühe mit diesem Pfad. Für einen offiziellen Weg ziemlich schwierig zu bewältigen. Nach dem Heuberg erreichten wir im Wald die Siedlung Mehlberleiten und deren Ofenbach.

Dort folgte eine Abzweigung links in ein langes Tal mitten im Wald. Dort sorgte die Verlegung des Pilgerwegs bei uns für kurze Verwirrung. Der alte Weg wurde gesperrt und wir mussten einen Kilometer Umweg in Kauf nehmen. Doch weiter ging es. Noch immer im Wald schritten wir einige hundert Meter entlang der L148 Schleinzer Straße.Wieder folgte ein Abstieg durch den Wald bis wir schließlich die Ortschaft Walpersbach erreichten. Dort gönnten wir uns eine kleine Pause. Im Anschluss konnten wir das Unheil schon kommen sehen. Die Wolken wurden pechschwarz und das Gewitter kam. Und so marschierten wir im teils heftigen Regen eine Stunde lang durch den Steinberger Wald. Doch noch bevor wir die Ortschaft Pitten erreichten, verflog der Regen und die Sonne kam zum Vorschein.

Die Temperaturen stiegen wieder rapide an und der Wald verwandelte sich eine eine Waschküche. Dieser Dampf machte vorallem mir zu schaffen. In Pitten angekommen stärkten wir uns noch einmal und marschierten die letzten Kilometer über eine kleine Erhebung im Wald bis wir den Fluss Leitha erreichten. Dieser führte uns dann ans Etappenziel Schwarzau am Steinfeld wo wir von unseren netten Gastgebern der Pension Gerlinde herzlichst empfangen wurden...


3. Etappe: SCHWARZAU AM STEINFELD - PUCHBERG AM SCHNEEBERG
Distanz: ca. 30km  Höhenmeter bergauf: ca. 840m Höhenmeter berab: ca. 590m / Unsere (netto) Gehzzeit: ~ 8 Std.

Ausgeruht und gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück konnten wir nun unsere Reise fortsetzen. Doch diese Etappe zu gehen hatte auch so manch Risiko, denn schon der Wetterdienst im Radio sagte Regen, Sturm und Hagel voraus. Trotzdem wollten wir es wagen. Wir liesen Schwarzau am Steinfeld zurück und marschierten entlang der L140 über die A2 hinweg nach Breitenau. Dort zweigte der Weg nach Rechts in das großflächige Gebiet des Föhrenwalds ab. Erst überquerten wir die Bundesstraße B17 und erreichten dann das Gleisbett der Südbahn. Hier wanderten wir einige hundert Meter südlich mit, ehe wir über eine Brücke nördlich nach Mollram abbogen. In Mollram machten wir eine kleine Rast bei der Mollramer Weltachs`. Über einen Föhrenwaldausläufer wanderten wir weiter nach Hettmannsdorf und Würflach. Dort kehrten wir nochmals ein um uns für den Aufstieg durch die Johannesbachklamm zu stärken. Die Johannesbachklamm bot uns einen wunderschönen Anblick.

Entlang Holzstufen marschierten wir am tosenden Johannesbach durch dicke Felswände hindurch ehe wir die kleine Siedlung Greith erreichten. Von dort marschierten wir durch das Rosental und machten einen Abstecher nach Grünbach am Schneeberg. Auch hier stärkten wir uns noch einmal für den letzten großen Anstieg. Über das Hornungstal ging es nun steiler hinauf auf den Obersberg. Von dort wieder steil hinab nach Stolzenwörth. Nach einigen Metern entlang der B26 ging es erneut stetig hinauf und wiederzu ins Tal nach Pfenningbach. Aber damit noch nicht genug. Erneut marschierten wir einige Höhenmeter entlang des Himbergs bis wir endlich an unserem Tagesziel der Etappe Puchberg am Schneeberg ankamen. Erleichtert kehrten wir in unserem Quartier Pension Bruckerhof ein und genossen den Abend mit Blick auf den Schneeberg. Wir hatten Glück. Das Wetter hatte gehalten. Kein Regen, kein Sturm, kein Hagel. Dafür aber mäßiger kühler Wind und Sonnenschein.


4. Etappe: PUCHBERG AM SCHNEEBERG - SCHWARZAU IM GEBIRGE
Distanz: ca. 19,5km  Höhenmeter bergauf: ca. 760m Höhenmeter berab: ca. 750m / Unsere (netto) Gehzzeit: ~ 5,5 - 6 Std.

Schon beim Frühstück konnten wir sehen was uns an diesem Tag bevorstand. Der Gipfel des Schneebergs war kaum zu sehen. Alles grau in grau. Nur nördlich vom Berg lichteten die Wolken ein klein wenig. Gut das wir da hin mussten. Also rein ins Regengewand, den Rucksack schützen, und los gings. Zunächst drehten wir noch eine kleine Ehrenrunde durch Puchberg um uns noch Proviant zu organisieren. Mein Blick wanderte oft dem Schneeberg empor. Diesen hatte ich vor einem Jahr noch bis zum Gipfel erklommen. (siehe Fotos Juli/2013) Das Gute war, die Hitze war komplett gewichen und wir hatten reichlich Energie. Zunächst ging es ins Schneebergtal über Größenberg nach Mittering. Wir folgten dem Langseitenweg bis wir den Wald des Hühnerbühel erreichten. Dort folgte wieder ein längerer Anstieg hinauf über den Fadengraben. Zunächst unter strömenden Regen erreichten wir die allseits bekannte Maumauwiese.

Aber kaum hatten wir sie erreicht wich der Regen und für einen Moment kam die Sonne zum Vorschein. Schönes Ambiente. Wir überquerten eine große offene Weidefläche und erreichten wieder ein Waldstück. Von dort ging es dann aber mäßig bergab am Stritzelsberg und der Tränkerwiese vorbei ins Tal von Vois. Dort angekommen folgten wir der Bundesstraße L134 und genossen die schönen felsigen Einblicke der Hollertaler- ,Steinlehen- ,und Kachelgräben. Am Ende von Vois wartete noch mal ein mittelschwerer Anstieg über einen kleinen Bergkamm zwischen dem Mitterriegel und dem Baumeckkogel.  Der Regen hatte mittleweile komplett aufgehört und es wurde zunehmend schöner. Letztendlich schritten wir wieder bergab ins Tal und erreichten die B27 welcher wir nördlich folgten und so schon sehr bald an unserem Etappenziel Schwarzau im Gebirge erreichten. Der Fels Falkenstein hies uns ebenso willkommen wie die lachende Sonne. Schließlich kehrten wir beim Bacherlwirt ein, welcher den meisten Pilger ein Begriff ist.


5. Etappe: SCHWARZAU IM GEBIRGE - FREIN AN DER MÜRZ
Distanz: ca. 22km  Höhenmeter bergauf: ca. 990m Höhenmeter berab: ca. 730m / Unsere (netto) Gehzzeit: ~ 6 - 6,5 Std.

Nach bereits über 100 Kilometer hockten wir beim Bacherlwirt in Schwarzau im Gebirge und waren nun mit einem kleinen Dilemma konfrontiert.
Ursprünglich hätte unsere 5. Etappe in Terz oder im unteren Halltal enden sollen. Von dort wären es nur noch 10 Kilometer nach Mariazell gewesen. Doch dann erfuhren wir das sowohl die Unterkünfte in Terz als auch im Halltal nicht mehr existierten. Die freundliche Bacherlwirtin unternahm alles, telefonierte mit privaten Unterkünften und mit den Gemeinden. Keine Chance. Alles belegt. Sollten wir nun gar bis nach Mariazell durch marschieren? Das wären über 35 Kilometer gewesen. Dann hatte die Bacherlwirtin aber eine sehr gute Idee. Wir sollten vor dem Halltal drei Kilometer Abseits der Tour den Freinerhof in Frein an der Mürz aufsuchen.
Und so ging es nach einem reichlichen Frühstück los. Wir folgten gleich dem Anstieg über die L4173 und begegneten einer Gruppe Studenten, die ebenfalls Mariazell als Ziel hatten.

Diese sollten wir an diesem Tag öfter treffen. Eine wirklich nette Gruppe. So wanderten wir durch das wunderschöne Preintal. Berge, Wälder, Wiesen. Wirklich toll. Das Wetter spielte auch mit und schenkte uns einen schönen und nicht all zu heissen Tag. Vorbei am Eckbauerhof und dem Biobauer Mitterhofer erreichten wir die Preinmühle. Hier zweigte der Weg links über einen Forstweg in den Wald ab. Der Aufstieg auf das Gscheidl begann. Dies war nicht zu unterschätzen. Es ging lange stetig aufwärts. Auf der Höhe des Weidentals verließen wir die Forststraße um einen steinigen Waldpfad zu folgen. In diesem Wald fanden wir die von den Pilger ins Leben gerufene Andachtsstelle. Ein sehr schöner Fleck. Viele Kreuze, Bilder und Schilder erinnerten an die unzähligen Pilger vor uns. Schließlich erreichten wir mit dem Gscheidlpass die höchste Stelle des Tages (1137 Meter). Von hier aus hatte man einen wunderschönen Blick ins westliche Preintal zu den Grenzen Steiermarks.

Wirklich beeindruckend, denn man sah nur Berge, Wälder und noch schönere Täler. Entlang des Preinbachs führte der Weg nun wieder talwärts. Wir liesen den Gippel (1669 Meter) an uns vorüber ziehen und passierten den Gippel-, Gsenger und Höllgraben. Nun verliesen wir das Preintal und erreichten Donaudörfel am Fusse des Berges Göller (1766m). Nun hatten wir die Bundesstraße B23 erreicht. Und hier mussten wir nun abzweigen. Wir folgten nicht der Bundesstraße am Lahnsattel ins Halltal, sondern wanderten in den Süden. Nach wenigen Metern erreichten wir die steirische Landesgrenze. Und 3 Kilometer später kamen wir in der kleinen verträumten Ortschaft Frein an der Mürz und dem edylischen Freinerhof an.Eine sehr gute Entscheidung. Der Freinerhof versorgte uns mit selbstgemachter Hausmannskost. Ich kann ihn wirklich nur empfehlen.


6. Etappe: FREIN AN DER MÜRZ - MARIAZELL
Distanz: ca. 20,5km  Höhenmeter bergauf: ca. 750m Höhenmeter berab: ca. 760m / Unsere (netto) Gehzzeit: ~ 6 Std.

Der letzte Tag dieser genialen Tour stand uns bevor. Schon beim Frühstück herrschte große Aufbruchsstimmung. 130 Kilometer hatten wir bereits in den Beinen. Es sollten noch 20 weitere folgen. Wie schon erzählt, marschierten wir nicht die Bundesstraße zurück ins Halltal sondern wagten den Weg über das Freinertal beim Schusterwald. Doch schon nach wenigen Minuten setzte der Regen ein. Dieser sollte uns fast den ganzen Tag begleiten. So wanderten wir gut verpackt entlang des Freinerbachs durch das schöne Tal zwischen der Wildalpe (1523m) und dem kleinen Proles (1579m) bis wird die kleine Siedlung Gschwandt erreichten. Durch das graue Regenwetter bildeten sich jedoch schöne Wolkenfelder die mit einer hohen Geschwindigkeit an den Bergwipfel empor zogen. Bei schönem Wetter hätte man hier sicher einen weit aus schöneren Fernblick gehabt. Weiter ging es durch das Brunntal und dem Brunnbach zwischen dem Arzkogel (1413m) und dem Tonion (1699m).

Bei der Höhenreithalm verlangten uns Regen und Wind noch mal alles ab. Schließlich erreichten wir das Tal um Schöneben. Hier kreuzte unser Wanderweg mit dem "kärntner/steirischen Mariazellerweg 06" so das wir von nun an wieder eine gute Beschilderung des Weges vorfanden. Entlang des Freingraben und dem Falbersbach ging es nun wieder nördlich schön langsam dem Ziel entgegen. Nun verliesen wir das Freinertal und erreichten Mooshuben. In Wieland marschierten wir nun durch das Naturschutzgebiet der Steinriege und gelangten so wieder in das untere Halltal und erreichten somit wieder den originalen Streckenabschnitt des burgenländischen Mariazellerwegs. Von hier aus war uns der Weg schon bekannt, denn auch 2012 folgte hier unser Finalaufstieg auf den so genannten Kreuzberg.

Eine Serpentinstraße führt einem hinauf bis zur B21 und der Abzweigung in den weltbekannten Ort "MARIAZELL". Und wie könnte es ander sein? Die Sonne kämpfte sich durch das Wolkenfeld. Gerade rechtzeitig! Unglaublich. Wir hatten es geschafft! Die letzten Meter schritten wir noch dankbar durch den Ort bis vor die Stufen der Basilika und konnten es noch immer nicht so recht glauben. Wir besuchten die Basilika, zündeten Kerzen an und gönnten uns die Eine oder andere Stärkung beim Markt vor der Basilika. Doch dann hies es wieder Abschied nehmen. Wir mussten unseren Zug "Mariazellerbahn" nach St. Pölten erreichen. Als der Zug los rollte goss es in strömen.