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ich, am Weg

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Bad Mitterndorf - Kulmwanderung
24.05.2016 20:49

Vom Grimma, todesmutigen Sportlern und einem Naturdorf mit slawischen Namen...

Es gibt viele gute Gründe die edylische Gemeinde Bad Mitterndorf in der Weststeiermark zu besuchen. Liegt sie doch wohlig eingebettet zwischen dem mächtigen Kalkstock Grimming (auch Grimma genannt) und der Tauplitzalm. Auf mich hatte dieser Ort schon immer eine magische Anziehungskraft. Durch diverse schöne und wichtige Ereignisse in meinem Leben fühle ich mich dem Ort auch sehr verbunden.

Diesmal war ich mit drei meiner engeren Freunde zu Gast in Bad Mitterndorf und ich durfte sie zu meinen Lieblingsorten führen. Und der Erste davon ist jener Ort welcher mich schon als Kind fasziniert und mich für diese Region begeistert hat. Die "Skiflugschanze" am Kulm! Diese gehört zu den fünf größten Schanzen der Welt. Den aktuellen Schanzenrekord hält der Slowene Peter Prevc mit 244 Meter (!!!)

Wenn die Skisprung Elite einmal nicht zu Gast ist, kann man sich diese gigantische Anlage vor Ort etwas genauer unter die Lupe nehmen. Doch schon der Weg dort hin steckt voller interessanter Abenteuer.

Unsere Tour beginnt im östlichen Ortsteil Zauchen bei Bad Mitterndorf. Genauer gesagt beim Gasthof Zauchenwirt. Wir marschieren am Gehsteig östlich entlang der Straße durch Zauchen und übersetzen die Straße an der Ecke in den Kulkarweg. Dort begegnen wir auch dem Radweg R19. Es folgt die Unterführung der Salzkammergut Bundesstraße.
Schon jetzt erkennen wir das Ziel. Es ist auch kaum zu übersehen. Der Kulm ist ein kleiner aber markanter Hügel welcher neben dem Grimming fast schon winzig wirkt. Der Grimming ist 2351 Meter hoch und ist der größte alleinstehenste Kalkstock Europas. Diesen kannst Du einfach nicht übersehen, wenn er nicht gerade von einer Wolkendecke umhüllt wird.

Wir übersetzen den Bahnübergang und folgen dem Mitterweg. Der Weg führt weiter östlich in das Naturdorf Krungl. Der Name stammt aus dem slawischen Wort "krongl" und bedeutet "rund". Dieser Ort wurde auf einem Gräberfeld errichtet und man geht davon aus das er den Slawen zugeordnet wurde. Die Gräber selbst reichen in die Zeit zwischen 600 und 900 n.Chr. zurück. Es gibt die Einie oder andere Sage zu diese Ort und man kann auch heute noch bei Kelleraushebungen auf Knochenreste stoßen.

Wir durchqueren Krungl und folgen dem Grimmingweg entlang eines Ausläufers des Krunglbaches. Nun wird der kleine Kulmhügel vor uns immer höher und wir können uns schon gut ausmalen wie mächtig erst der Grimming ist.

Nachdem wir einige Weideflächen passiert haben gelangen wir zu einer Wegkreuzung. Während der südliche Pfad direkt zum Einstieg des Grimmings führt, lenkt uns die östliche Straße etwas um den Kulm herum in das Areal der Ski Flugschanze. Und plötzlich taucht sie vor dir auf. Mitten in den Wald hinein gelegt.
Zugegeben - für mich war der Anblick nicht fremd. Ich war bereits einige Male im Winter beim Skifliegen Live vor Ort gewesen und habe die Schanze im Rahmen des Bewerbs "Sturm auf den Kulm" schon 3x nach oben erklettert. Meine Freunde hingegen waren überwältigt.
"Nie und nimmer springen hier Menschen hinab!" Diesen Satz hatte ich mir einst auch immer wieder vorgehalten. "Doch - tun sie".

Doch wäre der überdimensionale Aufsprunghügel nicht schon respekteinflösend genug, so kann man sich getrost einmal in die Situation eines Springers hineinversetzen. Dazu wandern wir die Kulm-Furt, einer Serpentinenstraße, empor zum Schanzentisch und schließlich über einen Abstecher beim Kulmbauer hinauf zum Anfahrtsstart der Schanze. Dort oben befindet sich eine kleine Kabine. Im Winter wärmen sich hier die Sportler auf. Im Sommer war hier einst ein kleines Kaffeehaus eingemietet und sollte Touristen anlocken. Leider ohne Erfolg! Heute ist diese Kabine nicht mehr zugänglich. Allerdings gelangt man über Stufen hinauf auf das Dach dieser Kabine welches einer Aussichtswarte gleichkommt. Dieser Ort wird auch als "Glücksplatz Kulm" bezeichnet. Die Aussicht dort erstreckt sich von Tauplitz über deren Alm bis weit nach der Sommeralm und der Dachsteinregion.

Nach einem Besuch am so genannten Zitterbalken (wo die Springer sitzen bevor sie sich die Schanze hinab stürzen) ist uns allen klar das wir garantiert keine Springer mehr werden. Es bleibt einfach unbegreiflich. Man kann diesen Sportlern einfach nur Respekt zollen.

Letztendlich marschieren wir zurück zum Kulmbauern. Der Bauernhof ist von Weitem vor seiner großen Weidefläche mitten am Kulm ersichtlich. Sein Name ist wohl daher auch einfach erklärt. Über einen kleinen Waldweg - welcher mir noch von der Wander WM 2015 in Erinnerung geblieben war - kommen wir wieder zurück nach Krungl. Von dort wählten wir den selben Weg zurück zum Zauchenwirt in Bad Mitterndorf.

Infobox:

Bad Mitterndorf Urlaub

Bad Mitterndorf Gemeinde

Gasthof Zauchenwirt

Das Naturdorf Krungl

Skiflugschanze Kulm (www.skisprungschanzen.com)

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