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ich, am Weg

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Auf Heidis Spuren - Heidiweg 1 & 2
15.08.2016 08:09

"...Vom freundlichen Dorfe Maienfeld führt ein Fußweg durch grüne, baumreiche Fluren bis zum Fuße der Höhen..."

so beginnt Johanna Spyris weltberühmter Roman Heidis Lehr- und Wanderjahre. Und wie viele Kinder meiner Generation kam auch ich nicht wirklich um die bekannte Zeichentrickserie der Heidi herum.
Die Idee, diesen Handlungsort einmal zu besuchen, hatte ich schon länger im Hinterkopf abgespeichert. Doch nun war die Zeit gekommen um aus einer Idee ein kleines Projekt zu starten.

Anreise:
Mit dem Euronight nach Zürich reise ich also am Vortag um 21:25 von Wien über Nacht nach Sargans nahe dem österreichischen und liechtensteinischen Grenzdreieck zur Schweiz. Um 7:20 steige ich schließlich putzmunter und motivert aus dem Zug. Das Wetter ist trüb aber es regnet nicht. Dafür hat es angenehme Temperaturen. Ich steige in die S-Bahn nach Chur und erreiche 7 Minuten später den, aus Heidi bekannten, Ort - Maienfeld! Gleich neben dem Bahnhof steht mein Hotel. Dann kann es ja los gehen.

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Bahnhof in Maienfeld. Ein liebevolles Willkommensschild mit dem bekanntesten Kind der Schweiz neben der Ortskennung erwartet mich genau so wie eine Tafel mit dem Plan der Heidiwege.
Ich marschiere entlang der Bahnstraße und treffe nur wenige Meter später auf das freistehende Haus der Heidiland Tourismus AG bzw. dem Maienfeld Infopoint an der Kreuzung zur Landstraße. Hier befindet sich auch ein Heidi Souvenier-Shop. Ich hole mir Infomaterial sowie Karten und folge dem Straßenverlauf bis zum Maienfelder Hauptplatz. Dieser sieht genau so aus wie er schon damals im Heidi Cartoon portraitiert wurde. Ich finde das toll.

Die Vorstadtgasse führt mich dann zunächst durch enge verträumte Straßen hinaus nach Rofels. Von dort führt der Weg direkt in das Heididorf. Davor wartet ein schönes Willkommensschild auf seine Besucher...

Das Heididorf ist wohl das Highlight des Heidirundwegs und gleichzeitig auch der Ausgangspunkt des Erlebniswanderweges. Neben dem kleinen Streichelzoo für die Kleinsten gibt es hier auch einen weiteren Shop sowie das Johanna Spyri Museum. Beides befindet sich im so genannten Dorfladen im Heididorf.

Ein liebevoll eingerichteter Raum im Dachgeschoss des Dorfladens erzählt die Geschichte der Schöpferin des Heidi Kultromans. Neben den vielen Neuauflagen und Übersetzungen finde ich auch die beiden Originalbänder "Heidis Lehr- und Wanderjahre" und "Heidi kann brauchen was es gelernt hat." Ausserdem kann man einige original Filmrequisiten des letzten Kinofilms dort sehen. Ebenso werden die Heidifilme des letzten Jahrhunderts dort dokumentiert.


      Johanna Spyri (12. Juni 1827 - 07. Juli 1901) und ihr Kultroman "Heidis Lehr- und Wanderjahre" sowie "Heidi kann brauchen was es gelernt hat."


Nicht weit davon entfernt steht das Heidihaus. In diesem Haus ist die Zeit förmlich stehen geblieben. Es erzählt die Geschichte des Zusammenlebens der Dorfgemeinschaft aus dem 19. Jhd. welche vorallem im Winter als Selbstversorger eine harte Zeit durchmachten. In diesem rustikalen Haus erlebe ich eine wahre Zeitreise und kann mir nun gut vorstellen wie die Menschen damals lebten. Wer hier vorbei kommt sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen.

Fast schon gegenüber steht dann der Nachbau der bekannten Alphütte des Alpöhis welche ebenfalls begehbar ist. Bislang hatte ich sie immer nur im Cartoon erlebt, nun spaziere ich selbst vergnügt durch die mir schon bekannten Räumlichkeiten. Es ist erstaunlich mit wieviel Herzblut hier auf fast jedes kleinste Detail geachtet wurde. Und einmal ehrlich, wollte man nicht immer schon mal in Heidis Heubett liegen und aus dem Fenster die Sterne beobachten? Ich bin wahrlich begeistert...

Doch nun geht es höher hinaus. Ich beginne mit dem Heidi Erlebniswanderweg hinauf zur eigentlichen Alphütte. Vor mir liegt ein kleiner toller Anstieg entlang einer Straße welche in Serpentinen hinauf auf die Alp führt. Das Besondere daran ist, das mir an 12 Stationen noch einmal die Geschichte von Heidi nahe gelegt wird. Jede Station birgt ein Geschehnis aus den Büchern.

Die Stationen:

1. Station:
Das Heididorf

Bereits das Dorf ist die erste Station. Hier verbrachte Heidi also die harten Winter in der Dorfgemeinschaft. Hier beginnt der Erlebniswanderweg

2. Station:
Der Wegweiser Platz

Im Frühling verweilte Heidi oft an jener Stelle welche den Weg hinauf zur Alp wies. Dort nahm sie die Natur wahr und lernte.

3. Station:
Bärli & Schwänli

Die wohl bekanntesten Geissen des Heidiromans. An dieser Station gibt es eine Quelle an der sich Peter und seine Geissen vor dem Aufstieg stärkten.

4. Station:
der Alpöhi sammelt Holz

An dieser Stelle sammelte der Alpöhi Holz für den Winter.  Auf dem Feuer wurde ebenso gekocht und gekäst.

5. Station:
Blick zum Adlerhorst

Von dieser Stelle aus erhält man einen wunderschönen Ausblick auf Maienfelds höchsten Berg - den Falkins (2562m)

6. Station:
Menschen aus Holz

Diese Station deutet auf das handwerkliche Geschick des Alpöhis hin. Auch kann man nach umliegenden Gegenständen mit Ähnlichkeiten suchen.

7. Station:
Znüni-Platz

Ein schöner Ort zum Rasten. Hier überzeugte Heidi den Doktor Klara aus Frankfurt hier her zu bringen.

8. Station:
Alpöhi-Platz

Wenn der Alpöhi und Heidi hinab ins Dörfli gingen, verweilten sie oft eine Weile an diesem Ort und lauschten den Klängen der Natur.

9. Station:
Geissenpeter-Platz

An dieser Stelle hat der Geissenpeter den Rollstuhl von Klara in den Abgrund gestürzt. Dieses Ereigenis führte dazu das Klara laufen lerne.

10. Station:
Holztöne

Der Geissenpeter machte sich stets mit seinem Geissenhorn bemerktbar ehe er Heidi bei der Alphütte abholte und sie weiter auf die Alp zogen.

11. Station:
das Baumhaus

Von so einem Baumhaus aus beobachteten Heidi & Peter die Geissen auf der Alm. Hier hat man einen tollen Rundumblick.

12. Station:
die Heidialp

Hier verbrachte Heidi den Sommer mit ihrem Großvater den Sommer. Die Alphütte sieht ebenfalls so aus wie das Original der Serie.

Ein Blick von der Heidialp ins Tal...

Die Alphütte bietet einen kleinen Imbiss. Ich genieße die Alp und kann mir schon gut vorstellen das sich Heidi hier sehr wohl fühlte. Wie es sich gehört gönne ich mir hier eine Portion Bergkäse mit selbst gemachten Brot.  Auch hier hat man auf schöne Details geachtet wie zb. die drei Tannen hinter der Alphütte. Diese müssen zwar noch wachsen. Aber das werden sie.

Nach einer wohligen Rast steige ich den Erlebnisweg wieder hinab ins Heididorf...

Von hier aus führe ich den Rundweg weiter. Er führt mich vorbei am Heidihof und der Ortwis durch die Weide des Stellibovel direkt zum Heidibrunnen. Der Heidibrunnen ist eine Skulptur aus Stein aus der frisches Quellwasser fließt...

Diese tolle Tour neigt sich langsam dem Ende zu und ich wandere zurück über die Weide des Stellibovel und dann über die vielen Weinreben zurück nach Maienfeld wo ich mir dann beim Infopoint meine Belohnung - eine Heididorf Kappe - gönne :-D

Ich bin wirklich begeistert mit wieviel Liebe zum Detail hier ein kleines Heidiparadies entstanden ist. Ich habe mehr erhalten als ich mir vorgestellt hatte und möchte auf  jeden Fall wieder einmal vorbei kommen. Leider hatte ich einen trüben Tag erwischt. Doch das ist nur ein weiterer Grund wieder zu kommen. Eine wirklich tolle Tour die ich jedem nur empfehlen kann der in der Nähe ist.

Tourdaten:

Dauer: ca. 5 Std. (netto)
Kilometer: ca. 15,2
Höhenmeter hoch: ca. 645
Höhenmeter abwärts: ca. 645
KARTE

INFOBOX:

Maienfeld
Heididorf
Heidiland

FOTOS:

VIDEO:

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